Bürgerwehr Freital unter Terrorverdacht
Die rechtsextreme Bürgerwehr in Freital "FTL / 360" steht unter Terrorverdacht. Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe prüft derzeit, ob sie die Ermittlungen gegen die Mitglieder der Gruppe übernimmt. Derzeit liegt der Fall beim Generalstaatsanwaltschaft in Dresden. Akten zur Übernahme des Verfahrens in Karlsruhe angefordertEine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft bestätigte auf unsere Anfrage einen entsprechenden Bericht von sz-online. "Wir haben Akten zum Komplex Freital zum Zwecke der Übernahme angefordert", sagte Sprecherin Frauke Köhler unserem Sender.Der Generalbundesanwalt kann sich in Fällen einschalten, bei denen die innere Sicherheit betroffen ist. Er prüft dann vor allem, ob möglicherweise terroristische Strukturen vorliegen. Anschläge auf Asylunterkünfte und alternatives WohnprojektIm Fall der Freitaler Bürgerwehr werden vier Männer und eine Frau beschuldigt. Sie sollen im vergangenen Jahr unter anderem Asylunterkünfte und ein alternatives Wohnprojekt attackiert haben. Drei Verdächtige sitzen seit November in Untersuchungshaft. Auch weitere Anschläge sollen auf das Konto der Gruppe gehen:So soll die Gruppe für Anschläge auf das Parteibüro der Linken und den Anschlag auf das Auto eines Linken-Stadtrats verantwortlich sein.Bei Hausdurchsuchungen im November waren u.a. eine Hakenkreuzflagge und Sprengmittel sichergestellt worden.In einem weiteren Verfahren gegen andere Mitglieder der Gruppe am Amtsgericht Dresden geht es um den Angriff mit einem Baseballschläger auf ein Auto mit Teilnehmern einer Pro-Asyl-Demo in Freital. In dem Auto saß auch der Sohn von Vize-Ministerpräsident Martin Dulig, Johann Dulig. Der Prozess wurde auf den 26. April neu terminiert. Wie eine Sprecherin des Dresdner Amtsgerichtes auf Anfrage sagte, gehe man auch davon aus, dass das Verfahren starten kann. Unter den drei Angeklagten in diesem Verfahren ist auch der mutmaßliche Kopf der Bürgerwehr "FTL / 360" Timo S. Er ist offenbar Dreh- und Angelpunkt der Gruppe FTL / 360, da er in beiden Verfahren im Fokus der Ermittler steht. Er war als Busfahrer auf der Linie 360 tätig.