Wutbürger? Baum-Massaker am Schloss Thürmsdorf
Große Aufregung im beschaulichen Thürmsdorf bei Königstein in der Sächsischen Schweiz: Dort wurden jetzt mehrere Linden an der Schlossallee gefällt! Sie führt zu dem alten Rittersitz aus dem 16. Jahrhundert.
„Die Bäume sind vor Jahren durch private Spenden erworben und auf Gemeindeland eingepflanzt wurden. Zudem standen sie in voller Blüte, waren Nahrung für die Bienen. Wer macht so was? Wutbürger“, fragt sich Schloss-Besitzer Sven-Erik Hitzer. Er restauriert seit Jahren das baufällige Schloss. Die Baumbepflanzung an der Zufahrtsstraße soll zum denkmalschutzgerechten Konzept des Gesamtensembles gehören - wie auch der traumhaft schöne Rhododendron-Park und Wald am Schloss. Hitzer trommelte für seine Sanierung bis nach Berlin: Der Bund bewilligte vor einem Jahr eine halbe Million Euro Fördermittel für die Sanierung des Daches, der Freistaat legte nochmal 400.000 Euro oben drauf.
Bürgermeister Michael Sachse begutachtete mit der Polizei den Schaden und erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung. Laut Polizeiangaben soll der Übeltäter bekannt sein und sich mit der Gemeinde um den Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem die Bäume standen, gestritten haben. Die Polizei habe beim Aufeinandertreffen beider Seiten die Eskalation verhindert. „Man hätte die Situation auch anders lösen können, es ist wirklich schade um die Bäume“, so der Polizeibeamte.
Eine Neupflanzung wird jetzt mehrere tausend Euro kosten, schätzt Hitzer, da die Linden schon einen kräftigen Wuchs hatten.