++ EIL ++

Wegen Chip-Fabriken: Dresdens Internationale Schule muss anbauen

Zuletzt aktualisiert:

Viele Dresdner wissen gar nicht, dass es die Schule überhaupt gibt. Doch für den internationalen Ruf und das Anlocken von weltweiten Experten ist sie ein absolutes Muss. Denn mit dem Know-how reist auch eine Familie an und damit Kinder... Deswegen hat die Internationale Schule in der Annenstraße (Altstadt) guten Zulauf. Knapp 500 Kinder und Jugendliche aus über 60 Nationen lernen bereits auf dem Campus. Unterrichtssprache ist Englisch.

Doch mit der Ansiedlung der vielen Halbleiter-Fabriken im Dresdner Norden rechnet die Schule auch mit gut 90 neuen Schülern, die mit ihren Eltern nach Dresden ziehen. Und deswegen muss angebaut werden! „Wir rechnen vor allem mit taiwanesischen Schülern, die bald zu uns kommen werden, deswegen wurde der Neubau nötig“, erklärt Direktorin Carla Marshall. Dazu stand die Schule bereits in direktem Kontakt mit der taiwanesischen Firma. In dem dreistöckigen Gebäude sollen zusätzliche Klassenzimmer, Proberäume für Musik und Theater sowie ein Mehrzwecksaal für Sport und Kunst entstehen.  Letzterer kann durch eine „großzügige Spende von TSMC verwirklicht werden“, so Marshall. Die insgesamt 7,6 Mio. Euro Bau- und Einrichtungskosten muss die Privatschule, die sich über Schulgebühren finanziert, erstmal selbst stemmen.

Dennoch hilft der Freistaat mit 3,1 Mio. Euro Förderung, „denn Dresden muss internationaler werden“, so Kultusminister Conrad Clemens. Auch das städtische Amt für Wirtschaftsförderung hilft bei Zinsen und Tilgung: „Denn die Schule spielt eine wichtige Rolle für die Wirtschaftspolitik. Sie ist die Voraussetzung, dass sich internationale Fachkräfte mit für Dresden interessieren. Da braucht man ein entsprechendes Schulangebot. Das ist ein ganz zentraler Faktor. Und deswegen unterstützen wir die Schule - auch wenn es eine freie Schule ist“, so Schulbürgermeister Jan Donhauser.   

Die Internationale Schule Dresden wurde 1996 gegründet, damals auf Betreiben von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Wirtschaftsminister Kajo Schommer. Sie bietet mittlerweile von der Vorschule bis zum internationalen Abitur (IB-Diplom) alle Klassenstufen an. Eine innovative Lösung für Handies an der Schule machte die Einrichtung ebenfalls schon sachsenweit bekannt. 

Der Neubau soll in anderthalb Jahren fertig sein - zeitgleich mit der Eröffnung von TSMC, dem Halbleiter-Giganten im Norden Dresdens. Dort stellen dann bis zu 2000 Arbeitskäfte - auch aus Taiwan - Mikrochips für die Auto-Industrie her. 

Audio:

Schulbürgermeister Jan Donhauser
Direktorin Carla Marshall