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Neue Details zu tödlichem Geiseldrama in Dresden

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Nach dem tödlichen Geiseldrama in Dresden am 10. Dezember haben die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden durch umfangreiche Ermittlungen den Ablauf des Tattages rekonstruiert.

So ist davon auszugehen, dass der 40-jährige Geiselnehmer bereits im Foyer des Ammonhofs (Erdgeschoss) einen 46-jährigen Mann mit einer Schusswaffe bedrohte. Der Geschädigte, der in dem Bürohaus arbeitete, musste den Täter unter vorgehaltender Schusswaffe zu den Räumen von Radio Dresden führen.

Als der Täter dort mehrfach gegen die Tür des Senders schoss, gelang dem Mann die Flucht. Er blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft Dresden bewertet das Handeln des 40-Jährigen im Ammonhof als versuchte Geiselnahme. Als der 40-Jährige nicht in die Räume des Senders gelangte, ließ er schließlich von seinem Vorhaben ab.

Im Bereich der Uhlandstraße soll er neben einer 50-jährigen Fußgängerin mit dem von ihm geführten Pkw angehalten, diese mit einer Schusswaffe bedroht und die Herausgabe eines Handys gefordert haben. Als die Geschädigte laut um Hilfe rief, flüchtete der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug. Die Staatsanwaltschaft Dresden bewertet diesen Sachverhalt als versuchten schweren Raub.

Nach den bisherigen Untersuchungen hatte der 40 Jahre alte Deutsche am 10. Dezember seine Mutter (62) in deren Wohnung im Dresdner Stadtteil Prohlis mit einem Kopfschuss getötet. Anschließend war er mit dem neun Jahre alten Kind einer Bekannten zum Ammonhof gefahren.

Danach nahm er in der Altmarkt-Galerie das neunjährige Kind und eine Angestellte als Geisel. Sie blieben bei dem Zugriff unverletzt. Der 40-Jährige war von Spezialkräften der Polizei überwältigt und schwer verletzt worden. Er starb kurz darauf. Die Ermittler gegen davon aus, dass der Täter psychisch krank war.

Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes haben zwischenzeitlich die Tatwaffe untersucht. Die weiteren Ermittlungen, u. a. zur Herkunft der Waffe, dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.