Gefährderansprachen in Dresden wegen G20-Gipfel
Der Staatsschutz der Dresdner Polizei ist im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg offenbar auch in Dresden aktiv. Mehrere Personen berichteten in sozialen Medien von sogenannten Gefährderansprachen durch das Dezernat 5 (Staatsschutz) der Dresdner Polizei, sowohl zu Hause auch als am Arbeitsplatz. Auch ein Aufenthaltsverbot für den Zeitraum des Gipfels soll ausgesprochen worden sein. Behörden mauernDas sächsische Innenministerium wollte sich dazu auf unsere Anfrage nicht äußern und verwies auf die Zuständigkeit der Hamburger Polizei. Dort will man aus "einsatztaktischen Gründen" keine Auskunft geben. Ein Sprecher der Hamburger Polizei sagte auf unsere Anfrage: "Hinsichtlich dieser Information geben wir aus einsatztaktischen Gründen keine Auskünfte." Der Grünen-Innenexperte Lippmann will nun eine parlamentarische Anfrage dazu stellen. Aktuell ist unklar, wie viele Gefährderansprachen es in Dresden und Sachsen gab und wie diese Personen ausgewählt wurden. GefährderansprachenAls Gefährder bezeichnet die Polizei Personen, von denen sie glaubt, dass sie Straftaten begehen könnten. Die Gefährderansprache ist ein "konfrontatives Gespräch", bei dem dem Gegenüber eröffnet wird, dass er unter Beobachtung steht.Die Brände von Polizeifahrzeugen in Leipzig und Chemnitz, sowie die bundesweiten Anschläge auf Kabelschächte bei der Deutschen Bahn waren in Zusammenhang mit den G20-Gipfel gestellt worden. Das Operative Abwehrzentrum prüft, ob es eine Verbindung gibt.