Nachfolger gesucht - Fünf Frauen wollen die Weinkrone
Die Krone der sächsischen Weinkönigin kommt in neue Hände. Ihre aktuelle Trägerin wird am Dienstag (15.8.) vor der Wahl der Weinhoheiten 2023/24 in der Sächsischen Winzergenossenschaft in Meißen „abgekrönt“. Danach bekommt ihre Nachfolgerin das mit Trauben verzierte güldene Krönchen. Neben der Königin werden noch zwei Weinprinzessinnen bestimmt. Sie bekommen je ein silbernes Accessoire.
„Wir haben diesmal fünf Kandidatinnen“, sagte Sabine Wendsche, Geschäftsführerin des Weinbauverbandes Sachsen, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei greift auch eine der beiden noch amtierenden Weinprinzessinnen nach dem Titel der Königin.
Königin im Ehrenamt
Wie schon in vergangenen Jahren haben die Bewerberinnen beruflich nichts mit Wein zu tun, "eher im Hobby", berichtete Wendsche. Sie müssten keine Spezialisten sein, aber Fachkenntnis sei schon wichtig. Die, die sich das zutrauen, sind über ehemalige Weinhoheiten, Verwandte oder den Genuss zum Rebensaft gekommen. Alle leben in Sachsen, zwei von ihnen winzern in der Freizeit.
Eine Kundenberaterin der Sächsischen Aufbaubank baut mit ihrem Mann im Nebenerwerb ein Weingut auf und eine Landschaftsplanerin hilft regelmäßig im Weinberg eines Freundes. Die Weinprinzessin ist immerhin familiär vorbelastet: ihr Opa war Hobbywinzer in Meißen. Zum Quintett der zwischen 24 und 42 Jahre alten Bewerberinnen gehören zudem eine gebürtige Ukrainerin, die in Radebeul aufwuchs und schon als Schülerin in den Weinbergen bei der Lese half, und eine Angestellte im Sozialamt des Landkreises Meißen, die Weinwanderungen und -proben als Hobby anbietet.
In der Vergangenheit repräsentierten schon Frauen den Elbtalwein, die Floristin, Verkäuferin, Wissenschaftlerin, Biotechnologin, Diätassistentin oder Personalmanagerin waren. Eine waschechte Winzerin trug zuletzt 2014/2015 die Königskrone.
Voraussetzungen für eine Bewerbung als Weinbotschafterin sind Leidenschaft für und ein persönlicher Bezug zum sächsischen Wein sowie Kenntnisse über das Anbaugebiet. Hatte das Wissen früher bei der Jury Priorität, müssen die Frauen heute neben gutem Aussehen "das gewisse Etwas" haben, sagt Wendsche. "Die Ausstrahlung ist wichtiger."
Auf die Gekürten warten über 200 Termine pro Jahr, bei denen sie Freude am und Wissen über den Elbtalwein verbreiten sowie Kontakte knüpfen sollen, auch in Politik und Wirtschaft.
Die Hoheiten vertreten eines der kleinsten Weinanbaugebiete in Deutschland - manchmal auch im Ausland. Sie eröffnen Weinfeste, leiten Verkostungen in der Region, werben auf Messen für Genuss aus dem Elbtal, tanzen auf Bällen - und sind in sozialen Medien omnipräsent für die Tropfen aus dem Elbtal. (dpa)