Dynamo Dresden zieht Konsequenzen aus Vorfällen in Karlsruhe
Dynamo Dresden will nach den Vorfällen in Karlsruhe die Sicherheit bei Auswärtsfahrten erhöhen. Das kündigte die Vereinsführung bei einer Pressekonferenz am Montagmittag an. Bei Risiko-Auswärtsspielen soll es künftig Voucher-Tickets geben. Voucher sind Gutscheine, die dann bei Vorlage des Personalausweises gegen Tickets eingetauscht werden können. Straftäter sollen rigoros aus dem Verein ausgeschlossen werden, hieß es. Verzicht auf Auswärtstickets bei bestimmten SpielenDynamo wird einen zusätzlichen Mitarbeiter beschäftigen, der ausschließlich für die Sicherheit bei Auswärtsspielen zuständig ist. Der Sicherheitszuschlag auf Auswärtstickets von zwei Euro wird ab sofort wieder eingeführt. Geschäftsführer Michael Born sagte zudem, dass die Ultras Dynamo für die kommende Saison keine Auswärts-Dauerkarte mehr erhalten. Born ergänzte: "Bei bestimmten Spielen werden wir möglicherweise weniger oder gar keine Auswärtstickets in Anspruch nehmen!" Born sagte außerdem, man bemühe sich, den Dialog zwischen Fans und Verbänden wieder in Gang zu bringen. "Das Vertrauen bei der 1860-Choreo wurde extrem missbraucht", sagte Born. "Wir werden daraus unsere Konsequenzen ziehen, künftig gibt es eine Choreo-Kontrolle". Bei dem Spiel war ein Fan mit Baseballschläger abgebildet. Zudem wurden die Spruchbänder entrollt: "Das ist nicht Disneyland - das ist der dunkle Osten."Ritter: "Unsere Farben sind schwarz-gelb"Präsident Andreas Ritter sagte, er verurteilte die Dinge, es sei aber keine neue Dimension, sagte Ritter. "Kriegsbemalung und Kriegsrhetorik ist uns komplett fremd, unsere Farben sind immer noch schwarz-gelb", sagte Ritter. Zu dem Banner "Krieg dem DFB" sagte Ritter: "Wir ziehen in keinen Krieg gegen den DFB!" Geschäftsführer Michael Born sagte: "wir verurteilen die Vorfälle aufs Schärfste".Minge: "Man hat ein Scheiß-Gefühl"Sportgeschäftsführer Ralf Minge ergänzte: "Es liegt ein großer Schatten über dem, was wir erreicht haben. Man hat ein Scheiß-Gefühl!" Und weiter erklärte Minge: "Wir arbeiten die Vorfälle intensiv auf, waren am Freitag beim DFB und heute auch beim Oberbürgermeister!" Allerdings stoße man juristisch, als auch menschlich an die Grenzen im Zusammenspiel mit Polizei, Politik und Verbänden. Dabei schloss er auch persönliche Konsequenzen nicht aus: "Ich stehe in der Verantwortung und wenn wir hier keinen Schritt weiterkommen, muss man dann auch möglicherweise Konsequenzen ziehen!"Vereinsausschluss möglichDer Ehrenratsvorsitzende Dr. Klemens Rasel kündigte an, dass ein Vereinsausschluss als Sanktion möglich sei, wenn dem Verein Akteneinsicht gegeben ist. Rasel betonte allerdings: "Kollektivstrafen halten wir für falsch". Klemens Rasel betonte, dass Prävention notwendig sei und Repression nicht weiterhelfe: "Der Staat muss sein Gewaltmonopol mehr ausüben!" Abschließend wurde der Rechtsanwalt dann sehr deutlich: "Wer einen Kiosk plündert, einen Einlass überrennt oder Polizisten angreift, hat in unserem Verein nichts zu suchen!"Die Maßnahmen der SGD zusammengefasst:
- Personalisierte Tickets bei bestimmten Auswärtsspielen
- Verzicht oder Einschränkungen bei Auswärtstickets möglich
- Zwei Euro Sicherheitszuschlag bei Auswärtstickets
- Keine Auswärtsdauerkarten für Ultras Dynamo
- Vereinsausschluss für Straftäter
- Zusätzlicher Mitarbeiter für Sicherheit bei Auswärtsspielen
- Abnahme von Choreografien
Rückblick Karlsruhe36 Polizisten und Ordner waren nach Polizeiangaben in Karlsruhe leicht verletzt worden. Ein Beamter wurde von seinem Pferd schwer verletzt, dabei gab es keinen Zusammenhang mit dem Fanmarsch. Verletzungen gab es auch durch den Pfefferspray-Einsatz der Polizei gegen Dynamo-Fans, wie die Polizei dann später mitteilte. Beim Fanmarsch und im Stadion war Pyrotechnik gezündet worden, zudem wurde der Einlass gestürmt und Mitarbeiter eines Imbissstandes bedrängt. Die Vorfälle hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Dynamo-Ultras hatten den Fanmarsch - bei dem sie dem DFB symbolisch den Krieg erklärten - verteidigt.