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Zwölf Millionen besuchten Dresdner Frauenkirche

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Versöh­nungs­symbol und Besucher­ma­gnet: Zwölf Millionen Menschen haben seit der Weihe Ende Oktober 2005 die 1945 zerstörte und wieder­auf­ge­baute Dresdner Frauen­kirche besucht. „Sie versteht sich als eine offene Kirche mit niedrigen Schwellen“, sagte Pfarrer Sebas­tian Feydt, zugleich auch Sprecher der Geschäfts­füh­rung der Stiftung Frauen­kirche Dresden. „Es ist wunderbar zu sehen, dass die Vielfalt des Lebens in ihr angenommen und die Botschaft hernach wieder in alle Welt getragen wird.“ Mehr als 8 Millionen Besucher besich­tigten die Spätba­rock­kirche oder nahmen an einer Führung teil. Fast 2,5 Millionen Menschen kamen zu den 933 Gottes­diensten oder 2850 Andachten sowie etwa 850.000 zu Konzerten. Vor dem aus den Trümmern gebor­genen und restau­rierten Altar wurden 475 Kinder getauft und 195 Paare getraut. Die Aussicht von der Platt­form auf der mächtigen Sandstein­kuppel genossen gut 1,75 Millionen Dresdner und Touristen. Wegen der unent­gelt­li­chen Angebote und hoher Unter­halts­kosten bleibe die Stiftung auf Spenden angewiesen, sagte Feydt. Sie hoffe auf weitere Unter­stüt­zung durch Einzel­spenden, den Erwerb eines Stifter­briefes oder die symbo­li­sche Adoption eines Steines oder Sitzplatzes. Die Frauen­kirche war 1726 bis 1743 erbaut worden, ihre Kuppel, „Steinerne Glocke“ genannt, dominierte rund 200 Jahre das barocke Dresden. Nach der Bombar­die­rung der Stadt im Februar 1945 stürzte das Bauwerk ein. Wieder­auf­bau­be­mü­hungen zu DDR-Zeiten schei­terten, zur Wende­zeit dann bat eine Bürger­initia­tive mit dem „Ruf aus Dresden“ um Hilfe. Ab 1994 wurde die Kirche unter Verwen­dung von Trümmer­resten und -steinen wieder­er­richtet. Rund drei Viertel der Baukosten kamen aus Spenden, auch aus den Staaten der ehema­ligen Alliierten. Die Kirche gilt daher als Symbol für Frieden und Versöh­nung.