Zwingertrio eröffnet Indoor Saison der Comödie
Mit einem Klassiker startet die Comödie in die Indoor-Saison. Heute Abend hat „Der Raub der Sabinerinnen“ Premiere - in der Hauptrolle das legendäre Zwingertrio. Verantwortlich für das Wiedersehen mit dem Komödienklassiker nach einem viertel Jahrhundert ist das Dresdner Publikum, das aus 4 Komödien aus dem Spielplan der Anfangsjahre der Bühne im World Trade Center seinen Favoriten wählen und ihm damit ein Comeback bescheren konnte.
Die Autoren-Brüder Franz und Paul von Schönthan schrieben den Schwank 1883 und bezogen sich auf eine Sage aus der altrömischen Mythologie, wonach Single-Römer junge Frauen aus dem Volk der Sabiner entführten. Dieser Stoff diente dem Gymnasialprofessor Gollwitz (Peter Kube) für ein hanebüchenes Stück, das er als Jugendsünde in die Tiefen seines Schreibtisches verbannte. Schmierentheaterdirektor Striese (Tom Pauls), der mit endlosen Problemen im Ensemble und mit dem Vermieter Groß (Jürgen Haase) zu kämpfen hat, denkt nun, dass ausgerechnet diese Brautraubgeschichte sein Wandertheater wirtschaftlich und künstlerisch retten kann. Da sich Gollwitz – inzwischen stadtbekannt – keine Blamage leisten kann, macht er zur Bedingung, dass sein Name aus der Uraufführung raus gehalten wird. Es kommt, wie es bei einer Komödie kommen muss, zu einem heillosen Durcheinander, so ziemlich alles geht schief und der Flop scheint unvermeidbar. Bis Strieses Ehefrau (Cornelia Kaupert) die rettende Idee hat...
Für Tom Pauls ist die Rolle als Emanuel Striese „eine Traumrolle mit großer Vorgeschichte. Großartige Schauspieler wie Gert Fröbe oder auch Hans Teuscher als echte Sachsen waren meine Vorgänger. Und einer der Autoren, Franz von Schönthan, lebte und arbeitete eine Zeit lang in Sachsen, konkret in Dresden-Blasewitz. Es ist also ein sächsisches Stück durch und durch!“ Übrigens fehlte dem Publikumsliebling ausgerechnet diese Paraderolle noch im mehr als umfangreichen Repertoire. Da fällt einem doch nur das im Vorjahr von der Ilse-Bähnert-Stiftung gekürte sächsische Wort des Jahres „budzsch“ ein.
„Ein bisschen wie eine Familienveranstaltung“, empfindet Jürgen Haase die Probenarbeit und zieht seinen Hut vor dem restlichen Ensemble: „Es ist gar nicht so einfach, sich bei uns drei alten Barden einzufügen, aber es klappt hervorragend – ein dickes Lob an sie – das macht Spaß!“
Einer der Barden hält schließlich als Regisseur die künstlerischen Fäden zusammen: Peter Kube freut sich auf seine erste Regiearbeit nach Beendigung seiner Tätigkeit als Oberspielleiter an den Landesbühnen Sachsen und schrieb seinem Zwingertrio quasi zum 42. Geburtstag die mit reichlich Lokalkolorit angereicherte Fassung auf den Leib.