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Zwei-Länder-Gefängnis in Zwickau wird neu ausgeschrieben

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Sachsen und Thüringen wollen ein gemeinsames Gefängnis bauen, das Projekt hat allerdings seine Tücken. Es gibt eine neue Hiobsbotschaft - der ursprüngliche Zeitplan ist ohnehin nicht mehr zu halten.Der Bau der gemeinsamen Haftanstalt von Sachsen und Thüringen in Zwickau muss neu ausgeschrieben werden und verzögert sich deshalb. Im Ergebnis des Vergabeverfahrens habe kein Zuschlag erteilt werden können, gab das sächsische Finanzministerium am Freitag in Dresden bekannt. Es habe kein wirtschaftlich vertretbares Angebot vorgelegen.Wie lange sich das Projekt verzögert, blieb zunächst unklar. Die Ausschreibungen für den eigentlichen Gefängnisbau waren bisher auf einen Generalunternehmer ausgerichtet, nun soll es Einzellose geben. „Die Projektleitung prüft, welche Leistungen aus der Gesamtmaßnahme vorgezogen und unabhängig vom Ausgang des zweiten Vergabeverfahrens separat ausgeschrieben werden können, um die Verzögerung möglichst gering zu halten“, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.Die Justizvollzugsanstalt soll auf dem Gelände des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks in Zwickau-Marienthal entstehen und 171,5 Millionen Euro kosten. Sachsen und Thüringen teilen sich in die Kosten. Bei einem Vor-Ort-Termin im März 2016 waren die Justizminister von Sachsen und Thüringen noch davon ausgegangen, dass das Gefängnis 2019 in Betrieb gehen kann. Ursprünglich waren für die Haftanstalt 150 Millionen Euro veranschlagt worden.450 der insgesamt 820 Plätze für Männer mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren sind Sachsen vorbehalten, 370 Thüringen. Das neue Gefängnis soll neben sechs Hafthäusern auch Räumlichkeiten für Sport, Schule und Gebet sowie Verwaltung und Besucher. Zudem sind eine Gärtnerei und verschiedene Arbeitsbetriebe geplant. (dpa)