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Zunehmende Gewalt macht Dresdner Polizei Sorgen

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Am Donnerstag hat die Dresdner Polizei die Krimi­na­li­täts­sta­tistik für Dresden und Umgebung veröf­fent­licht. Zwar gab es in den Landkreisen Meißen und Sächsi­sche Schweiz/Osterz­ge­birge einen leichten Rückgang der Straf­taten, in Dresden ist die Zahl der Delikte aller­dings angestiegen. Mehr Sexual­de­likte - weniger Mordver­sucheSo wurden in Dresden beispiels­weise 302 Sexual­de­likte regis­triert - 17 Prozent mehr als im Vorjahr. 29 Taten wurden von Zuwan­deren begangen, hieß es. Die Zahl der Tötungs­ver­bre­chen oder Mordver­such in Dresden hat sich dagegen von 24 auf 14 fast halbiert. Mehr Gewalt­taten in DresdenDie größte Sorge macht sich Polizei­prä­si­dent Horst Kretz­schmar über die gestie­gene Zahl von Gewaltstraf­taten - also zum Beispiel Körper­ver­let­zungen. Brenn­punkt sei dabei die Neustadt, sagte Kretz­schmar. Die Zahl der Gewaltstraf­taten stieg um 186 Fälle auf 1.410 Fälle an (2015: 1.224). Dies entspricht einem Anstieg um 15,2 Prozent. Bei einer Aufklä­rungs­quote von 67,0 Prozent (2015: 64,5 Prozent) sind 1.174 Tatver­däch­tige (2015: 968) ermit­telt worden. Bei 431 ermit­telten Tatver­däch­tigen (2015: 297) handelt es sich um Nicht­deut­sche. Dies entspricht einem Anteil von 36,7 Prozent (2015: 30,7 Prozent). "Erneut stieg die Zahl der Gewaltstraf­taten an. Gerade in der Äußeren Neustadt ist diese Entwick­lung in den vergan­genen zwei Jahren spürbar. Bei unseren Einsätzen an den Wochen­enden werden wir dort oftmals mit Formen von Gewalt konfron­tiert. Bei den aktuellen Zahlen ist klar, dass wir mit unserer regel­mä­ßigen Präsenz nicht nachlassen können", sagte Kretz­schmarDiebstahl­s­kri­mi­na­litätDen größten Anteil an Straf­taten machen Diebstähle aus - rund 25.000 wurden in Dresden regis­triert. Mit 43,6 Prozent aller Straf­taten machen Diebstähle nach wie vor den Haupt­teil der Gesamt­kri­mi­na­lität aus. Gegen­über dem Vorjahr ist ein Rückgang auf 25.556 Fälle (2015: 26.940) zu verzeichnen. Die Aufklä­rungs­quote erhöhte sich auf 30,0 Prozent (2015: 29,6 Prozent).Schwer­punkte im Bereich der Eigen­tums­kri­mi­na­lität sind Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 6.190 Fällen (2015: 6.421Fälle), die Fahrrad­dieb­stähle mit 3.529 Fällen (2015: 4.199 Fälle) sowie die Diebstähle in/aus Böden, Kellern und Wasch­kü­chen mit 3.562 Fällen (2015: 3.583 Fälle). Rückgang bei Fahrrad- und KFZ-DiebstahlBei den Fahrrad­dieb­stählen ist ein Rückgang von 16,0 Prozent hervor­zu­heben. Bei den Diebstählen von Kraft­fahr­zeugen, einschlie­ß­lich des unbefugten Gebrauchs, setzte sich die positive Entwick­lung fort und die Fallzahlen sanken von 631 Fällen im Jahr 2015 auf 581 Fälle im Jahr 2016. Dies entspricht einem Rückgang von 7,9 Prozent. Bei den Diebstählen an/aus Kfz wurden 2.426 Fälle erfasst (2015: 2.978). Dies entspricht einem Rückgang um 552 Fälle und damit um 18,5 Prozent.Rausch­gift­kri­mi­na­litätIm Jahr 2016 ging die Zahl der Rausch­gift­kri­mi­na­lität im Stadt­ge­biet gering­fügig auf 1.947 Fälle (2015: 2.002 Fälle) zurück. Zu berück­sich­tigen ist, dass deren Ausmaß vom polizei­li­chen Kontroll- und Feststel­lungs­ver­halten beein­flusst wird.Die Zahl der Tatver­däch­tigen sank von 1.648 auf 1.598 ermit­telten Personen. Dabei stehen 1.366 männli­chen Tatver­däch­tigen 232 weibliche Tatver­däch­tige gegen­über. Der Anteil von nicht­deut­schen Tatver­däch­tigen stieg auf 25,3 Prozent (2015: 22,1 Prozent). Insbe­son­dere der Wiener Platz ist als Drogen­um­schlags­punkt in den vergan­genen Monaten Ziel von zahlrei­chen Razzien. Im Stadt­ge­biet Dresden wurde im Jahr 2016 drei Drogen­tote (2015: 10) regis­triert. Durch die Polizei­di­rek­tion Dresden wurden im Stadt­ge­biet unter anderem ca. 14,6 Kilogramm Marihuana und ca. 10,5 Kilogramm Haschisch sicher­ge­stellt. Die Menge an sicher­ge­stelltem Crystal beläuft sich auf etwa 1,1 Kilogramm.Sachsen­weite Zahlen bereits präsen­tiertEin Drittel aller Straf­taten in Dresden wird laut Statistik von Auslän­dern begangen. Bereits am Mittwoch hatte Innenminister Ulbig die Zahlen für Sachsen vorgelegt, er begründete den Anstieg der Kriminalität mit der gestiegenen Zahl an Zuwan­de­rern.