Zukunft von drei Dresdner Bädern auf der Kippe
Im Dresdner Westen gibt es getrübte Badefreuden, denn gleich drei Bäder sind dort in ihrer Existenz bedroht. Das Luftbad Dölzschen, das Stauseebad Cossebaude und das Elbamare. Die Gründe sind auslaufende Verträge bzw. bauliche Mängel.
Das FKK-Bad Dölzschen zum Beispiel öffnet dieses Jahr nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung. Die Linken im Stadtrat fordern einen übergreifenden Rettungsplan, um die Bäder zu erhalten. Es müsse endlich ein klares Bekenntnis der Stadt geben, sagte uns Fraktionschef Andre Schollbach.
So ist es konkret um die Bäder bestellt:
FKK-Luftbad Dölzschen: Genehmigung läuft aus
Nach der Freibadsaison 2023 ist die Betriebserlaubnis abgelaufen, weil das Bad über keine zeitgemäße Wasseraufbereitungstechnik verfügt. Auf eine Linken-Anfrage teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) mit: "Falls keine Fördermittel für die Sanierung des Luftbades Dölzschen ausgereicht werden, ist die Finanzierung nicht gesichert. In diesem Fall ist von einer dauerhaften Schließung des Objektes auszugehen." Mehrere Anträge der Stadtverwaltung auf die Erteilung von Fördermitteln des Bundes waren jedoch erfolglos geblieben.
Ende Februar fasste der Stadtrat dann den Beschluss, zunächst eine Ausnahmeregelung für das Jahr 2024 zu erteilen - zum letzten Mal. Der nächste Schritt müsse die Sanierung des Bades sein, heißt es aus dem Rathaus. Auf einen Linke-Antrag hin wird nun der Einsatz von städtischen Eigenmitteln für die Sanierung geprüft, sollten die Fördermittel nicht ausreichen.
Elbamare: Mietvertrag endet
Im März 2025 endet der Mietvertrag zwischen der Stadt Dresden und dem Eigentümer des Erlebnisbades Elbamare in Dresden-Gorbitz. Die Zukunft des Bades ist ungewiss – eine Entscheidung wurde bislang nicht getroffen.
Viele Menschen sind nun in Sorge über die Zukunft des Bades. Wie es von den Linken heißt, habe der OB auf mehrere Anfragen bislang ausweichend bis nichtssagend reagiert. Die Fraktion der Linken will dies nicht länger hinnehmen und hat dazu den Antrag "Für Naherholung, Lebensqualität und Gesundheit: Erlebnisbad Elbamare erhalten" erarbeitet.
Darin wird vorgeschlagen, dass sich der Stadtrat zum Erhalt des Erlebnisbades Elbamare bekennt und eine dauerhafte Schließung abwendet. Dazu soll durch die Stadtverwaltung eine Variantenprüfung zum Erhalt des Erlebnisbades Elbamare vorgenommen und bis zum 30. Juni 2024 vorgelegt werden.
Stauseebad Cossebaude: Pachtvertrag läuft Ende 2024 aus
Das Pumpspeicherwerk Niederwartha wurde nach jahrzehntelangem Betrieb kürzlich stillgelegt. Viele Dresdner bewegt seitdem die Frage, wie es mit dem beliebten Stauseebad Cossebaude weitergeht. Denn die Stilllegung hat erhebliche Konsequenzen für das Pumpspeicherwerk als energiewirtschaftliche Anlage sowie Folgen für den weiteren Betrieb des Stauseebades.
Für den Betrieb des Stauseebades wurden bislang lediglich Zwischenvereinbarungen abgeschlossen. Eine langfristig tragfähige und verbindliche Lösung gibt es bisher nicht. Wie aus einer aktuellen Ratsanfrage an den Oberbürgermeister hervorgeht, endet der Pachtvertrag zur Nutzung des Stauseebades zum 31. Dezember 2024.
Die Linke hat vor diesem Hintergrund den Antrag "Das Stauseebad Cossebaude erhalten. Eine Perspektive für das Pumpspeicherwerk Niederwartha entwickeln" in den Stadtrat eingebracht. Der Antrag erhielt am 22. März 2024 eine Mehrheit im Stadtrat. Der Oberbürgermeister wurde beauftragt, die nötigen Maßnahmen zu veranlassen, um den öffentlichen Badebetrieb im Stauseebad Cossebaude – über die bisherigen Zwischenvereinbarungen für die jeweilige Freibadsaison hinaus – langfristig zu sichern.