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Zukunft der sächsischen Dampfschiffahrt weiter ungewiss

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Die Zukunft der sächsischen Dampfschifffahrt ist weiter ungewiss. Auf der gestrigen Gesellschafterversammlung wurde das Konzept zur Sanierung der Flotte abgelehnt.

Dieses sieht vor, dass Eigenkapital um zwei Millionen Euro zu erhöhen. Außerdem sollen die Anteilseigner auf Gewinne in gleicher Höhe verzichten.  Aus Sicht des Unternehmens ist das Konzept notwendig, um Schiffsflotte und Arbeitsplätze zu erhalten.

Geschäftsführerin Karin Hildebrand sagte, man werde die Pläne den Gesellschaftern Anfang August noch einmal vorlegen. Sie hofft auf eine Lösung.

Die Dampfschifffahrt hat Probleme durch das zunehmende Niedrigwasser der Elbe und schärfere Umweltauflagen. 2,2 Millionen weniger Umsatz verzeichnete man im vergangenen Jahr. 

 

Hier gibts die Pressemitteilung zum Nachlesen

Gesellschafter der Sächsische Dampfschiffahrt vertagen Modernisierungskurs

Die Gesellschafter der Sächsischen Dampfschiffahrt haben heute keinen eindeutigen Auftrag an die Geschäftsführung erteilt, den vorgeschlagenen Modernisierungs- und Restrukturierungskurs umzusetzen. Das Unternehmen wird die nächsten Wochen nutzen, um mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen zu besprechen. Verwaltungsrat und Geschäftsführung des Unternehmens haben sich gemeinsam entschlossen, die Gesellschafter für Anfang August 2019 zu einer erneuten Gesellschafterversammlung einzuladen, um dort den aktuellen Stand und das Modernisierungskonzept zu präsentieren. „Unser Ziel ist, dass Gesellschafter und Kommanditisten die Geschäftsführung eindeutig beauftragen, die Sanierung des Unternehmens voranzutreiben“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. „Sowohl für die Mitarbeiter als auch unsere Partner und Dienstleister hat die Vertagung keinerlei Folgen. Unsere Schiffe fahren auf jeden Fall weiter und die Fahrpläne werden eingehalten“, so der Sprecher weiter.

Zufrieden mit Besucherzahlen

„Aktuell befinden wir uns in einem umfassenden Modernisierungs- und Veränderungsprozess. Grundsätzlich können wir mit den Besucherzahlen der letzten Jahre sehr zufrieden sein: Das Interesse am Tourismusstandort Dresden wächst und damit auch das Gästepotenzial für die größte Dampfschiffflotte der Welt“, sagt der Sprecher der Sächsischen Dampfschiffahrt. „Allerdings führen unberechenbare Wetterextreme und damit verbunden die in unserer Hochsaison auftretenden Niedrigwasserstände der Elbe in den letzten Jahren immer wieder dazu, dass ein Teil unserer Schiffe nicht oder nur eingeschränkt fahren kann. In der Folge müssen Fahrten ausfallen“, so der Unternehmenssprecher weiter. Die Bemühungen in den letzten Jahren haben gefruchtet, „konnten aber die Ausfälle durch Niedrigwasser der Elbe nicht ausgleichen.“

 

Modernisierungsprozess in mehreren Bereichen angestrebt Um sich für die Zukunft fit zu machen und den Fortbestand der weltweit größten Raddampferflotte nachhaltig zu sichern, arbeitet das Unternehmen zurzeit aktiv daran, sich neu aufzustellen: Aufgrund neuer, schärferer Umweltgesetze (Stichwort: „Diesel“) war und ist das Unternehmen gefordert, den Maschinenbestand zu modernisieren bzw. in neue Technologien und Motoren zu investieren. „Und um auch in Zeiten der Globalisierung, sich rasch verändernder internationaler Tourismustrends und -märkte agil und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu sein, müssen wir uns modernisieren. Ziel ist, dass sich alle Beteiligten – also Unternehmen, Gesellschafter, Freistaat Sachsen, Landeshauptstadt Dresden und Finanziers – mit finanziellen und persönlichen Beiträgen weiterhin lösungsorientiert in diesen Prozess einbringen“, so der Firmensprecher. „Nur wenn wir als Sächsische Dampfschiffahrt schnell und flexibel sind, können wir uns rasch an veränderte Bedingungen in Markt und Umwelt anpassen. Wir sind froh, dass wir mit dem Freistaat Sachsen bzw. der Sächsischen Staatsregierung sowie den anderen Gesellschaftern und Kommanditisten über starke Partner verfügen“, erklärt der Sprecher der SDS-Gruppe.

Stärkung der Liquidität – Erhalt von Flotte und Arbeitsplätzen im Vordergrund Die Pläne sehen eine Stärkung des Eigenkapitals und Neuregelungen bei der Ausschüttung der Gewinne an die Gesellschafter vor. Insbesondere soll der eingeläutete Modernisierungskurs mit einer Stärkung der Liquiditätsreserven verbunden werden. „Ziel ist hier, das Unternehmen für zu erwartende  Niedrigwasserphasen zu stärken. Klar im Vordergrund stehen für uns der Erhalt von Schiffsflotte und Arbeitsplätzen“, so der Unternehmenssprecher.

„Unser Traditionsunternehmen ist aus dem Elbtal seit über 180 Jahren nicht mehr wegzudenken und Teil unserer Heimat. Wir tun alles dafür, um auch in Zukunft Angebote für die gesamte Familie sowie Besucher und Gäste aus der ganzen Welt anbieten zu können. Auf unseren traditionellen Dampfschiffen und historischen Technikgiganten sorgen wir für ein positives und emotionales Markenerlebnis in Elbflorenz“, sagt der Sprecher zum Schluss.

Zahlen/Daten/Fakten

Ticketverkauf: Eigentlich Wachstum – Rückgang durch Niedrig- und Hochwasser der Elbe

Jahr       Verkaufte Tickets

2015      425.076

2016      524.515

2017      509.276

2018      354.228

Niedrigwasser

Je nach Schiffstyp können die Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrt bis zu einem Pegel von über 70 cm uneingeschränkt Fahrten auf der Elbe anbieten. Wegen Niedrigwasser war die Elbe in den Jahren 2015 und 2018 in zwei bzw. fünf Monaten nicht oder nicht durchgängig befahrbar.

Hochwasser

Bei Hochwasser sind die Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrt in einer Lage, bis zu einem Pegelstand von 380 cm uneingeschränkt Fahrten auf der Elbe anzubieten. In der Vergangenheit gab es immer wieder Einschränkungen durch Hochwasser, zum Beispiel in den Jahren 2011 und 2013.

Firmenstruktur

Die Sächsische Dampfschiffahrt ist eine Personengesellschaft, deren Kommanditkapital von 18,3 Mio. € auf ca. 500 Gesellschafter verteilt ist. Als Komplementärin der KG ist die Sächsische Dampfschiffahrts GmbH persönlich haftende Gesellschafterin. Der Freistaat Sachsen ist daran mehrheitlich beteiligt. Die ElbeZeit GmbH ist eine 100 % Tochtergesellschaft und hat ebenfalls eine 100% Tochter, die CrashIce Veranstaltungsservice GmbH.