• (Foto: T. Plunert)

    (Foto: T. Plunert)

  • Der Zoll stand am Dienstag auch vor dem Arteum. (Foto: Neustadt-Ticker.de)

    Der Zoll stand am Dienstag auch vor dem Arteum. (Foto: Neustadt-Ticker.de)

  • 50 Zollbeamte haben am Dienstag die Räume eines Dresdner Eventbetreibers durchsucht. (Symbolbild: Archiv/ T. Plunert)

    50 Zollbeamte haben am Dienstag die Räume eines Dresdner Eventbetreibers durchsucht. (Symbolbild: Archiv/ T. Plunert)

Zoll-Razzia bei Dresdner Club- und Gastrobetreiber von Canal

Zuletzt aktualisiert:
Autor: Red

Die Dresdner Staatsanwaltschaft und der Zoll haben am Dienstagmorgen umfangreiche Durchsuchungen beim Dresdner Event- und Gastro-Unternehmer Christian von Canal gestartet. Es geht laut Staatsanwaltschaft in dem Ermittlungsverfahren um den Verdacht von nicht abgeführten Sozialabgaben in Höhe von mindestens 470.000 Euro (§ 266a StgB), also beispielsweise die Beschäftigung von Scheinselbständigen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt. Dabei gehe es um mehrere hundert Fälle in den vergangenen Jahren.

50 Beamte haben heute die Räumlichkeiten in acht Unternehmen des Eventmanagers durchsucht. Nach unseren Informationen standen auch am Nachmittag noch Fahrzeuge des Zolls vor dem Arteum, einem Club im Waldschlößchen-Areal. Der Geschäftsführer der Eventfirma, Christian von Canal, hat auf unsere telefonische Anfrage die Maßnahmen bestätigt: "Es gab 2017 eine Prüfung der Rentenversicherung zu Selbständigkeiten." Die entsprechende Firma E+E habe im Dezember 2018 deswegen Insolvenz angemeldet.

"Wir kooperieren und haben alle Unterlagen herausgegeben. Der Geschäftsbetrieb geht normal weiter. Die Buchhaltung ist nun allerdings eingeschränkt durch fehlende Festplatten und Unterlagen", sagte von Canal. Er betonte: "Wogegen ich mich wehre, ist der Vorwurf der Schwarzarbeit." In der Zeit seit 2012 hätten alle Selbständige beschäftigt. Heute beschäftige er in seinen Unternehmen keine Selbständigen mehr, sagte von Canal.

Hier die gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden und des Hauptzollamts Dresden nachlesen:

Kampf gegen Schwarzarbeit
Staatsanwaltschaft Dresden und Finanzkontrolle Schwarzarbeit  realisieren umfangreiche Maßnahmen gegen Dresdner Unternehmer

Die Staatsanwaltschaft Dresden und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Dresden führten am 9. Juli 2019 im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens umfangreiche strafprozessuale Maßnahmen im Dresdner Stadtgebiet durch. In die Maßnahmen waren eine Staatsanwältin und 50 Beamte des Hauptzollamtes Dresden eingebunden.

Die Ermittlungen richten sich gegen einen Dresdner Geschäftsmann, der in Dresden  acht Unternehmen im Bereich der Gastronomie- und Veranstaltungsbranche betreibt. Ihm wird Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen. Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit von einem  Gesamtschaden von mindestens 470.000,00 EUR aus.

Neben den Wohnräumen des Beschuldigten wurden auch alle Geschäftsräume der von dem Beschuldigten betriebenen Unternehmen durchsucht. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial (u.a. Geschäftsunterlagen, Handys und Computer) sichergestellt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an und werden aufgrund des Umfangs der zu sichtenden Beweismittel noch einige Zeit in Anspruch nehmen.