Zeugen sagen im NSU-Prozess zu Bankraub in Zwickau aus
Mehrere Zeugen haben einen dem rechtsextremen NSU zugeschriebenen Sparkassenüberfall in Zwickau als sehr brutal geschildert. Der Täter habe bei dem Überfall im Oktober 2006 mehrmals scharf geschossen. Eine Bankangestellte sagte als Zeugin am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München, er habe ihr die Waffe an die Stirn gehalten. Ein damaliger Auszubildender der Filiale berichtete, wie er versuchte, den Täter niederzuringen, worauf dieser ihm in den Bauch schoss. Als Folge sei ihm die Milz entfernt worden. Er habe inzwischen auf einen anderen Beruf umgeschult. Übereinstimmend sagten die Zeugen, der Täter habe immer wieder gebrüllt, alles sei sehr hektisch abgelaufen. Den Überfall in Zwickau soll - anders als die anderen NSU-Überfälle - nur ein Täter begangen haben, mutmaßlich Uwe Böhnhardt. Beute machte er nicht. Verantworten muss sich auch für diesen Überfall die Hauptangeklagte Beate Zschäpe. Sie ist die einzige Überlebende des Trios, das die Bundesanwaltschaft für eine terroristische Vereinigung hält. Zu den angeklagten Taten zählt die Serie von zehn Morden. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende mit türkischen oder griechischen Wurzeln. Als Motiv nimmt die Anklage Fremdenhass an. Die Banküberfälle sollen das Leben des NSU-Trios im Untergrund finanziert haben. (dpa)