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Zeuge verweigert im Messerstecher-Prozess die Aussage

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Chemnitz -

Im Prozess zur tödlichen Messerattacke auf einen 35-Jährigen in Chemnitz hat ein wichtiger Zeuge seine Aussagen weitgehend verweigert. Der Mann begründete das am Mittwoch in Dresden vor Gericht über seinen Anwalt damit, dass er nach seinen Aussagen bei der Polizei bedroht worden sei. Außerdem fürchte er, sich selbst zu belasten. Deswegen wolle er von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen und den Großteil der Fragen des Gerichts nicht beantworten. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Chemnitz lehnte das ab und verhängte gegen den Zeugen ein Ordnungsgeld von 300 Euro oder eine Ordnungshaft von drei Tagen.

Der Zeuge habe die Aussage grundlos verweigert, begründete die Kammer die Entscheidung. Der Rechtsbeistand des Augenzeugen, der den Angeklagten als Tatbeteiligten auf Fotos bei der Polizei wiedererkannt haben will, kündigte Beschwerde an. Der Libanese soll nun am 26. April erneut vernommen werden.

Seit dem 18. März muss sich ein Syrer vor dem Landgericht Chemnitz unter anderem wegen gemeinschaftlichen Totschlags verantworten. Dem 23-Jährigen wird vorgeworfen, am 26. August 2018 in Chemnitz gemeinsam mit einem auf der Flucht befindlichen Iraker einen Deutschen erstochen und einen weiteren Mann schwer verletzt zu haben. (dpa)