++ EIL ++

Zeuge im Fall Arnsdorf bedroht

Zuletzt aktualisiert:

Im Fall "Arnsdorf" ist neben dem Staats­an­walt auch ein Zeuge bedroht worden. Er habe gegen die vier Männer aussagen sollen, die im vergan­genen Jahr in Arnsdorf einen psychisch kranken Flücht­ling nach einem Zwischen­fall im Netto an einen Baum gefes­selt hatten, teilte die Grünen-Rechtsexpertin Katja Meier am Mittwoch nach einer Sitzung des Rechtsausschusses des Landtags mit. Dabei sei auch deutlich geworden, dass die Drohungen gegen den Staatsanwalt - "unter anderem mit dem Tode durch E-Mails und einen Anruf" - sehr schwerwiegend waren.Inzwi­schen würden fünf Ermitt­lungs­ver­fahren wegen Bedro­hung bezie­hungs­weise Nötigung geführt, sagte der Linken-Rechts­ex­perte Klaus Bartl. Außerdem sei der zustän­dige Staats­an­walt persön­lich attackiert worden, wenn auch schon im Februar, was er zunächst nicht mit dem Fall Arnsdorf in Verbin­dung gebracht habe. Auf Antrag der Linken hatte das Gremium über die Umstände der Einstel­lung des Verfah­rens Anfang vergan­gener Woche durch das Amtsge­richt Kamenz beraten. Im Ausschuss seien Fragen offen geblieben - etwa, ob der Richter von den Bedro­hungen wusste und ob der Staats­an­walt Straf­an­zeige erstattet habe, sagte Bartl. Außerdem wolle er wissen, warum die Staats­an­walt­schaft es "trotz des immensen Inter­esses von Medien und Öffent­lich­keit" als vertretbar ansah, ein öffent­li­ches Inter­esse an der Aufklä­rung und Verfol­gung der angeklagten Straf­taten zu verneinen und der Einstel­lung des Verfah­rens zuzustimmen.Auch nach den Ausfüh­rungen der General­staats­an­walt­schaft im Ausschuss seien für sie noch Fragen offen, sagte Meier. "Der Verdacht, dass sich das Gericht und die Sitzungs­ver­treter der Staats­an­walt­schaft am Prozesstag in Kamenz von der tatsäch­lich beste­henden Bedro­hungs­lage bei der Entschei­dung über die Einstel­lung des Verfah­rens haben beein­flussen lassen, wurde für mich nicht ausge­räumt."Das Verfahren gegen die vier Männer im Alter von 29 bis 56 Jahren wegen Freiheits­be­rau­bung war Anfang vergan­gener Woche einge­stellt worden. Die Anklage hatte für viel Wirbel gesorgt. Am Prozesstag waren rund 100 Unter­stützer der Angeklagten vor dem Gericht erschienen. (mit dpa)