• Lars Seifert (DVB), Raoul Schmidt-Lamontain (Baubürgermeister der Stadt Dresden) und Gunther Hentschelmann vom Straßen- und Tiefbauamt freuen sich, dass das Bauvorhaben "Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße" pünktlich fertig wird. (Foto: Redaktion/Franziska Meier)

    Lars Seifert (DVB), Raoul Schmidt-Lamontain (Baubürgermeister der Stadt Dresden) und Gunther Hentschelmann vom Straßen- und Tiefbauamt freuen sich, dass das Bauvorhaben "Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße" pünktlich fertig wird. (Foto: Redaktion/Franziska Meier)

Zentralhaltestelle an der Kesselsdorfer Straße nimmt Form an

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Die Bauarbeiten an der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer kommen gut voran. Bisher läuft alles nach Plan, sagte uns Gunther Hentschelmann vom Straßen- und Tiefbauamt. In gut anderthalb Wochen wird das Fundament für die neue Haltestellenüberdachung gesetzt. Hier soll bis Ende Oktober eine Glasüberdachung wie am Postplatz entstehen. Fußgänger können dann so auch bei Regen nahezu trocken über den Boulevard schlendern.

Bei den Bauarbeiten in der Gröbelstraße mussten neue Fernwärme-, Abwasser- und Stromleitungen, sowie neue Hausanschlüsse verlegt werden. Dementsprechend wurde auch die Verkehrsführung noch einmal angepasst. Laut Gunther Hentschelmann vom Straßen- und Tiefbauamt sei man jetzt 1,5 Millionen Euro teurer als geplant.

Am 26. August wird die Verkehrsführung an der Baustelle Kesselsdorfer Straße geändert. Die Gröbelstraße wird dann für den Verkehr freigegeben. Dafür wird die Reisewitzer Straße gesperrt. Wie auch bei der Gröbelstraße, werden in der Reisewitzer Straße die Versorgungsleitungen modernisiert und ausgetauscht. Auch der Kreuzungsbereich wird neugestaltet. Bis Ende Oktober soll der Bauabschnitt fertig sein.

An der Kreuzung Löbtauer-, Freiberger- und Tharandter Straße sollen ab dem 16. September dann auch die Lichtsignalanlagen eingerichtet werden.

Mit einem Fest für Anwohner und Gewerbetreibende soll Mitte Oktober die neue Zenralhaltestelle an der Kesselsdorfer Straße eingeweiht werden. Ab dann rollen die Straßenbahnlinien 6,7 und 12 wieder wie gewohnt zwischen Annenfriedhof und Freiberger Straße. Auch die Buslinien 61, 63 und 90 kehren auf ihre gewohnten Strecken zurück. Der Fußgängerboullevard samt Haltestelle gehört zur Stadtbahn 2020 Projekt. Pünktlich zum Wintersemester sollen auch die Bahnen und Busse wieder über die Kesselsdorfer Straße rollen. Die Baukosten für das Projekt liegen bei 7,5 Millionen Euro

Nadelöhr Wernerstraße

Hörer hatten uns auf die derzeitige Verkehrsbelastung in der Wernerstraße angesprochen. Wir haben bei Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain nachgefragt. Laut ihm, wären die Beteiligten davon ausgegangen, dass durch diese Straße im Zuge der Verkehrsänderung auf der Kesselsdorfer Straße auch mehr Verkehr fließen wird.

„Das war der Pferdefuß des Planes, das muss man wirklich so sagen.“ - Raoul Schmidt-Lamontain/Baubürgermeister

Es könnte sein, dass in den kommenden Jahren auch auf der Wernerstraße gebaut wird. Ob damit tatsächlich eine Entlastung für die Anwohner geschaffen werden kann, ist noch fraglich.

„Wir werden uns in näherer Zukunft der Wernerstraße nochmal annehmen. Wir haben festgestellt, dass wir mit den neuen Verkehrsbelegungszahlen dort tatsächlich auch Radverkehrsanlagen reinbringen müssen.“ - Raoul Schmidt-Lamontain/Baubürgermeister
 

Pressemitteilung der Stadt

Gemeinsame Presseinformation mit der DVB AG

Die im Rahmen des „Stadtbahnprojektes Dresden 2020“ auf der unteren Kesselsdorfer Straße geplante barrierefreie Zentralhaltestelle, an denen künftig die Stadtbahnen und Busse halten sollen, nimmt Konturen an. Der Ausbau des sich anschließenden Abschnitts der Kesselsdorfer Straße ist bereits weit fortgeschritten. Mit einer kleinen Feier für Anwohner und Gewerbetreibende soll die Strecke Mitte Oktober für den Straßenbahnbetrieb freigegeben werden.

„Durch den rund 350 Meter langen autofreien Fußgängerboulevard auf der unteren Kesselsdorfer Straße schaffen wir für die Menschen einen Raum mit viel mehr Lebensqualität. Ich bin überzeugt, dass von den neuen Möglichkeiten nicht nur die Fahrgäste von Bus und Bahn profitieren, sondern auch die Händler und Gewerbetreibenden. Mit dem Bau dieses zweiten Abschnitts im ‚Stadtbahnprojekt Dresden 2020‘ konnten wir außerdem eine sehr gefährliche Unfallstelle im Verkehr beseitigen. Und es gibt auf beiden Seiten sichere Radwege“, sagt Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. „Wir bauen einen städtebaulich hochwertigen Platz, auf dem man sich auf seinem täglichen Weg gern aufhält. Mit schattenspendenden Bäumen, Cafés und Bistros im Freien, für diejenigen, die auf ihre Bahn oder ihren Bus warten oder kurz verweilen wollen“, fasst Schmidt-Lamontain zusammen. Insgesamt 31 Bäume werden auf diesem Abschnitt neu gepflanzt: 16 Gold-Gleditschie, vier Rotahorn und elf Ginkgo.

„Werktäglich steigen 29 600 Fahrgäste an der Station „Tharandter Straße“ aus oder ein. Sie ist mit Abstand unsere bedeutendste Haltestelle im Dresdner Westen und liegt im Gesamtnetz nach Pirnaischer Platz, Postplatz und dem Hauptbahnhof auf Platz vier. Mit der Fertigstellung des Abschnitts sollen die Straßenbahnlinien 6, 7 und 12 sowie die Buslinien 61, 63 und 90 wieder dort halten. Wir planen, uns zur Eröffnung mit einer kleinen Feier bei den Fahrgästen und Gewerbetreibenden für ihre Geduld und das oft entgegengebrachte Verständnis während der Bauzeit zu bedanken“, erklärt Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe für Betrieb und Personal.

Bis auf die Überfahrt an der Kreuzung zur Reisewitzer Straße sind die neue Fahrbahn und die Gleisanlagen der Kesselsdorfer Straße bereits vollendet. Seit dem 16. Juli werden an der Haltestelle „Tharandter Straße“ die Bahnsteige aufgebaut. Dort können Fahrgäste bald barrierefrei ein- und aussteigen. Die Station ist lang genug, damit die vorgesehenen Anschlüsse zwischen Bussen und Bahnen problemlos am gleichen Bahnsteig stattfinden. Die Gleis- und Straßenabschnitte zur anschließenden Freiberger Straße und Löbtauer Straße sind ebenfalls fertig. Insgesamt wurden im Bauabschnitt rund 510 Meter Doppelgleis und ein Abzweig mit sechs Herzstücken verlegt. Alle 23 neuen Fahrleitungsmasten, an denen neben den Anlagen zur Stromversorgung für die Straßenbahn auch die Stadtbeleuchtung angebracht wird, stehen inzwischen. Dazu kommt noch die Montage von 635 Metern moderner Kettenwerksfahrleitung. Aktuell laufen die Arbeiten zum Deckenschluss und zur Pflasterung des Boulevards auf der Kesselsdorfer Straße und weiterer Gehwegabschnitte. Der Aufbau der beiden Spezialdächer für die Haltestellen beginnt am 5. August. Dieser gläserne Wetterschutz wird wegen der komplizierten Abstimmung mit den parallel laufenden Pflasterarbeiten vermutlich erst kurz nach Eröffnung der Straßenbahnstrecke fertig. Zuvor muss noch die Bauweiche auf der Freiberger Straße, über die aktuell die Straßenbahnlinie 1 wendet, entfernt werden. Die Aufnahme des regulären Linienbetriebes über die Kesselsdorfer Straße ist für Mitte Oktober vorgesehen. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Eine Herausforderung waren die Bauarbeiten in der Gröbelstraße: Für Neubauten auf bisher unbebauten Grundstücken mussten neue Leitungen für Fernwärme, Abwasser und Strom eingeplant werden und auch zusätzliche Grundstückszufahrten. Die anfangs geplante Instandsetzung wurde eine komplexe Sanierung. Das dauerte länger. Aber damit wird vermieden, dass jeder Investor einzeln aufgräbt.

Die Bauarbeiten begannen bereits am 18. Juni 2018 mit Erneuerungen auf der südlichen Löbtauer Straße. Seit 14. Januar 2019 folgten der Ausbau alter Straßenbahngleise auf der Kesselsdorfer Straße zwischen Tharandter Straße und Poststraße sowie die Demontage sämtlicher Fahrleitungsanlagen bis zur Bünaustraße. Die Rekonstruktion des Verkehrszuges mit Neuordnung aller unterirdischen Versorgungsleitungen fand in insgesamt neun unterschiedlichen Bauphasen statt. Auf der Kesselsdorfer Straße wurde ein neuer Gleisabzweig in die Löbtauer Straße verlegt, die alten Schienen in der Tharandter Straße haben die Gleisbauer entfernt. Die Umgestaltung der Kesselsdorfer Straße ist Bestandteil des aktuellen städtischen Projektes „Stadtbahn Dresden 2020“, das eine moderne Straßenbahnverbindung zwischen Löbtau und Strehlen vorsieht und die überlastete Buslinie 61 stufenweise ablösen soll. Die Kosten für den Knotenpunkt Kesselsdorfer Straße / Löbtauer Straße belaufen sich auf insgesamt rund 7,5 Millionen Euro. Stadt Dresden, DVB und ihre Partner hoffen auf eine Förderung von 75 Prozent durch Bund und Freistaat Sachsen.