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Wurden Dynamo-Fans gezielt von Polizei an Stadionbesuch gehindert?

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Beim DFB-Pokal-Spiel in Freiburg sind zahlreiche Dynamo-Fans nicht ins Stadion gelassen worden, so schilderten es noch am Abend zahlreiche Fans in sozialen Medien wie Twitter und Facebook. Auch der Betreiber des Dynamo-Museums und Stadtrat Jens Genschmar machte auf die Vorfälle aufmerksam. Dynamo will das Vorgehen zusammen mit den Fans und Sicherheitsverantwortlichen intensiv auswerten, teilte der Verein bei Facebook mit. Auch dort äußerten sich mehrere betroffene Fans.Jörg schrieb beispielsweise: "Es war nicht schön was sich da im Stadion bzw. außerhalb bei ca. 200 Leuten auf dem Polizeirevier-Parkplatz angespielt hat." Jenny schrieb: "Da fahren Fans mitten in der Woche so eine Strecke um ihre Mannschaft zu unterstützen, aber kommen mit gültigen Ticket nicht ins Stadion." Robat schrieb bei Twitter: "Die Polizei in Freiburg zerstört durch ihr Auftreten jeden Ansatz sozialpädagogischer Arbeit mit jungen Fußballfans". Wie Fans berichteten, seien sie von der Polizei gezielt gestoppt worden. Sie mussten sich einer langen Kontrolle unterziehen. Dies soll insbesondere Teile der Ultras getroffen haben. Deswegen wunderten sich viele Fans, warum die Stimmung im Stadion gedämpft war. Einsatz Retourkutsche für Karlsruhe?Begründet wurde die Kontrolle nach Aussagen von Fans allgemein damit, dass Straftaten aufgeklärt werden sollen. Zudem hätten Beamte behauptet, Camouflage-Kleidung sei verboten. Spekuliert wurde deshalb, dass das die Retourkutsche sein könnte für den Auftritt der Dynamo-Fans in Karlsruhe. Stadtrat Jens Genschmar, der selbst in Freiburg dabei war, schilderte bei uns im Interview, dass mindestens 30 Fans vor dem Stadion festgehalten wurden, weil sie Camouflage-Kleidung trugen. Ein Teil dieser Fans durfte dann später noch ins Stadion. Der Bus der Ultras sei dagegen vor den Toren der Stadt gestoppt worden, ihnen sei die Weiterfahrt verwehrt worden. Polizisten selbst hätten von einem "Bumerang" gesprochen, im Hinblick auf die Vorfälle in Karlsruhe. Die Pressestelle der Freiburger Polizei hat sich am Donnerstagmittag zum Einsatz geäußert: "Im Vorfeld des Spiels kam es bei der Anreise der Gästefans noch auf der Autobahn zum Einsatz von Pyrotechnik und zur Sachbeschädigung durch Graffiti. Bei durchgeführten Personenkontrollen wurde in Fahrzeugen Pyrotechnik und Vermummungsmaterial aufgefunden. Bei Einlasskontrollen wurde weiteres Vermummungsmaterial und Pyrotechnik aufgefunden und sichergestellt." Deswegen habe man sich entschlossen 170 Fans bei der Anreise zu stoppen und zu kontrollieren. Hierbei sei weitere Pyrotechnik, Vermummungsmaterial, Messer und Schutzbewaffnung (z. B. Mundschutz) aufgefunden worden, teilte die Polizei mit.  In zwei Fällen sei Pfefferspray im Stadion eingesetzt worden. Die Beamten berichten auch davon, dass beim Verlassen des Stadions das Lebensmittellager eines Kioskes geplündert worden sei, Lebensmittel seien auf Beamte geworfen worden.Im Verlauf des Abends wurden zeitweise 205 Fans festgesetzt, so die Polizeibilanz. Diese müssen sich laut Polizei wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Verstöße gegen das Waffengesetz, Diebstähle, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz u. a. verantworten. Auf weitere detailierte Fragen unseres Senders, machte die Polizei noch keine Angaben.Hier den Bericht aus Sicht der Freiburger Polizei abrufen.Dynamo hatte das Pokal-Achtelfinale am Mittwochabend verpasst, verlor mit 1:3.