++ EIL ++

Woche des guten Lebens - weniger Autos in der Neustadt

Zuletzt aktualisiert:

Am 02. Mai soll in der Neustadt die „Woche des guten Lebens“ starten. Viele Straßen in der Neustadt werden eine Woche lang bis zum 09. Mai zum verkehrsberuhigten Bereich. Das heißt hier darf nicht geparkt und nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Konkret betrifft das weite Teile der Louisenstraße und der angrenzenden Straßen. Behindertenparkplätze und private Anwohnerparkplätze sind aber weiterhin nutzbar, erklärte Projektkoordinatorin Jaqueline Griesbach.

 

Legende zur Karte:

Rot: Begrenzung des Projektgebiets

- Diese Straßen können ohne Einschränkungen befahren werden. uneingeschränkt befahrbar

- Hier dürfen keine Aktionen in den Parklücken geplant werden.

Gelb: Kerngebiet

- verkehrsberuhigter Bereich, Fußgänger haben Vorrang

- allgemeines Parkverbot (Ausnahme: Behindertenparkplätze, private Stellplätze) und fahren nur im Schritttempo

- Platz in den Parklücken für geplante Aktionen

Blau: Aktionsgebiet

- Straßen uneingeschränkt befahrbar aber einzelne Parklücken können mit Sondernutzungsantrag genutzt werden

Ziel des Verkehrsexperimentes sei es den öffentlichen Raum als Gemeingut zu nutzen und die Menschen im Viertel zusammen zu bringen. Die Anwohner sollen die freien Flächen nutzen und ihren Alltag nach draußen verlegen. Ideen für derartige Nutzungen seien bereits eingegangen. So wollen einige Neustädter beispielsweise Hochbeete in die Parklücken bauen, Nachbarschaftscafés einrichten oder thematische Stadtführungen anbieten.

Die Flächen dürfen auch ganz spontan genutzt werden, nur große Projekte, die beispielsweise die ganze Woche stehen sollen, müssen vorher mit den Organisatoren abgestimmt und bei der Stadt angemeldet werden. Für alle Anwohner der betroffenen Gebiete, sollen noch Informationsblätter mit alternativen Parkmöglichkeiten verteilt werden. Derzeit stehe man dazu aber noch in Verhandlungen mit der Stadt.

Das Projekt wird auch von verschiedenen Forschern begleitet. So sammelt die Technische Universität Dresden beispielsweise Daten zum geänderten Mobilitätsverhalten. Auch Verkehrszählungen sollen folgen, bei denen man beispielsweise beobachtet wie sich das Parkverhalten ändert. Zusätzlich soll es Befragungen in Form von Interviews geben.

Das Leibnitzinstitut für ökologische Raumentwicklung ist der zweite Forschungspartner des Projekts. Sie wollen ermitteln wie Transformation in Städten erforscht werden kann. Dabei beschäftigt die Forscher unter anderem die Frage wie Partizipation und Zivilgesellschaft in der Planung und Stadtgestaltung teilhaben können.

Fest steht bereits, dass die Woche nicht verschoben wird. Selbst dann nicht, wenn auch im Mai noch Kontaktbeschränkungen oder ähnliches gelten sollten. Hier wolle man spontan reagieren und den Ablauf anpassen. In einer anschließenden Auswertung des Experiments soll danach festgestellt werden, welchen Nutzen die Menschen trotzdem hatten auch wenn es nur die Möglichkeit zum Durchatmen sei, so Jaqueline Griesbach.

Wer sich an der "Woche des guten Lebens" beteiligen möchte kann sich jederzeit auch gern schon zur Vorbereitung bei den Projektkoordinatoren melden. Auch Spenden würden dem Projekt helfen. Hier finden Sie alle Termine rund um die "Woche des guten Lebens" und die Kontaktdaten.