Wirtschaftliche Konsequenzen nach Germania-Pleite für Dresden offen

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Autor: DPA

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Germania-Insolvenz auf dem Dresdner Flughafen sind nach Einschätzung des sächsischen Verkehrsministeriums noch nicht absehbar. «Im Interesse der Passagiere und Mitarbeiter hoffen wir auf baldige Klarheit, wie die Angebote kompensiert werden», sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch. Dass Germania den Flugbetrieb eingestellt habe, sei eine «bedauerliche Entwicklung» - und betreffe vor allem den Urlaubsreiseverkehr.

Die Fluggesellschaft Germania war ein wichtiges Standbein für den Dresdner Flughafen. Knapp 20 Prozent der Abflüge in diesem Jahr sollten von Germania bestritten werden. Im aktuellen Winterflugplan hatte die Airline 23 Starts pro Woche nach Ägypten, Portugal, Spanien und die Türkei geplant. Der Flughafen Leipzig/Halle ist von der Germania-Insolvenz nicht betroffen.

«Die Nachfrage nach Urlaubsreisen in Dresden und Umgebung ist da», sagte ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG am Mittwoch. Die Reiseveranstalter bemühten sich daher im Gespräch mit Airlines um Alternativen, um ihre Gäste in den Urlaub zu bringen. Das gehe aber nicht binnen 48 Stunden, betonte der Sprecher.

Nach Ansicht der Linke ist der Dresdner Flughafen «schon längst» ein Zuschussgeschäft, denn der Freistaat sei nahezu alleiniger Eigentümer der Mitteldeutschen Flughafen AG. «Insofern springen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler schon ein», sagte Nico Brünler, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Fraktion im Landtag.

Viele Auslandsverbindungen fielen mit der Germania-Pleite weg. «Das stellt ein wirtschaftliches Risiko dar und dürfte sich insgesamt auf die Attraktivität des Standortes auswirken», so Brünler. Die Linke forderte die Regierung auf, zu prüfen, auf welche Geschäftsfelder der Flughafen künftig setzen sollte.

Auf die Frage nach Subventionen für den Dresdner Flughafen erklärte der Flughafensprecher: «Wir waren und sind - anders als andere Regionalflughäfen - nicht auf Betriebskostenzuschüsse angewiesen.» Der Freistaat hält knapp fünf Prozent der Anteile am Flughafen direkt, zudem ist er mit gut 77 Prozent Hauptanteilseigner der Mitteldeutschen Airport Holding, die die beiden sächsischen Flughäfen betreibt.

Dulig betonte auch die Bedeutung des Flughafens Dresden sowohl für die Landeshauptstadt als auch für das Dreiländereck Deutschland/Tschechien/Polen. Der Flughafen binde die Region an internationale Luftfahrtdrehkreuze an. «Damit bleibt er ein bedeutender Standortfaktor für weitere Industrie- und Forschungsansiedlungen und ein wichtiger Arbeitgeber.» Derzeit arbeiten knapp 3800 Beschäftigte am Dresdner Flughafen - inklusive aller dort ansässigen Behörden und Unternehmen. (DPA)