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Wird dieser Leipziger AfD-Bundestagsabgeordnete von Putin bezahlt?

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Holger Mann, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen der SPD im Bundestag, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Leipziger AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Moosdorf, dem außenpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion: Angeblich lasse der sich vom russischen Staatsbetrieb als Honorarprofessor bezahlen. „Also von dem Staat, der wegen eines Angriffskrieges auf die Ukraine, von Deutschland und der EU sanktioniert wird“, so Mann.

Und weiter: „Die außenpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion scheinen keinerlei Unrechtsgefühl zu besitzen.“ Sich als Mitglied des Bundestages gleichzeitig von einem fremden Staat bezahlen zu lassen, könne man nur als Vorteilsnahme oder Bestechung bezeichnen.

Moosdorf selbst sehe kein Problem mit seiner Tätigkeit in Russland. Das habe der Cellist in einer Stellungnahme dazu geschrieben, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Er habe als Musiker schon oft Gastprofessuren bekleidet. Die Honorarprofessur bei der Gnessin-Akademie reflektiere und ehre seine Tätigkeit als weltweit tätiger Kammermusiker.

Außerdem sei sie vor allem „als Zeichen der Verständigung zu sehen“, so der 59-Jährige. Er wolle jungen Leuten in Russland das Gefühl geben, von Europa nicht abgehängt zu sein. „Musik kennt keine ideologischen Grenzen.“ Im September sei er drei Tage „privat“ in Moskau gewesen und habe kostenlos unterrichtet. „Ich beabsichtige, einmal im Vierteljahr mehrere Tage dort Ensembles in Kammermusik zu unterrichten.“

Über Verträge sei bisher nicht gesprochen worden. Wenn, dann würden die sich nach international üblichen Honoraren richten. „Eine politische Ausrichtung der Gnessin-Akademie kann ich nicht erkennen. Sie interessiert mich auch nicht.“ Seine Tätigkeit gelte ausschließlich der Musik als weltweiter Sprache der Versöhnung und Verständigung. 

Dieses „Nichtinteresse“ an der politischen Ausrichtung scheint zumindest etwas fragwürdig. Wie kann kann man sich als Bundestagsabgeordneter denn nicht für eine politische Ausrichtung interessieren? Denn finanziert wird die Akademie vom russischen Kulturministerium.