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Wiederaufbau der Großröhrsdorfer Kirche so teuer wie ein nagelneuer ICE

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 Der Wiederaufbau der im August vergangenen Jahres ausgebrannten Großröhrsdorfer Stadtkirche wird voraussichtlich 35 Millionen Euro kosten. Das schätzt Pfarrer Stefan Schwarzenberg. Er kündigte ein Konzept an. Der Wiederaufbau werde ein Gemeinschaftswerk von Kirchgemeinde, Stadt und vielen Unterstützern. 

 Knapp ein Jahr nach dem Brand ist die Kirchruine von Schutt und Asche befreit.  Turmstumpf und Kirchenschiff wurden mit Notdächern gesichert. Das Brandmaterial aus dem Altarbereich wurde mit Eimern herausgetragen  Eine Arbeitsgruppe suchte darin akribisch nach Überresten und Fragmenten von Kulturgut – aber vergeblich bis auf kleine Überbleibsel der versilberten oder vergoldeten Sakralgegenstände.  Bis Ende Juni wird noch die Standfestigkeit des verbliebenen Mauerwerks der Außenwände und des Turms geprüft. Das alte Geläut allerdings erklingt nie mehr: Die im Feuer gesprungenen Glocken stehen als stumme Zeugen der Katastrophe auf der Wiese vor dem Eingang zum Gotteshaus. 

Das spätbarocke Gotteshaus war in der Nacht vom 4. August 2023 durch Brandstiftung zerstört worden. Ein Drittel des seit dem 18. Jahrhundert weithin sichtbaren Turms stürzte ein, die Flammen vernichteten die Ausstattung des Innenraums, vom Kirchenschiff blieben nur die Außenmauern übrig. Viele historische Kunstschätze sowie Teile der Architektur sind verloren sowie alle hölzernen, jahrhundertealten Kunstwerke.

Ende Februar war ein 41-jähriger Familienvater wegen schwerer Brandstiftung zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er beteuerte seine Unschuld, ging in Revision. Die Strafkammer war überzeugt, dass er das Feuer in der Stadtkirche gelegt hatte, aus Frust über seine familiäre Situation. Der Schaden wurde mit rund 32 Millionen Euro beziffert.

Die geschätzten Kosten für den Wiederaufbau entsprechen in etwa dem Preis eines ICE-Zuges der vierten Generation mit bis zu 830 Sitzplätzen. Er kostet 34 Millionen Euro. (dpa/ red)