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Wieder Einschränkungen durch Demos - Polizei schlägt Alarm

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Am Montag­abend haben wieder Demons­tra­tionen für Einschrän­kungen in der Dresdner Innen­stadt gesorgt. Bei Pegida betei­ligten sich bei kühlem Regen­wetter nach Zählung des TU-Projektes "Durch­ge­zählt" etwa 3500 bis 4500 Teilnehmer am Umzug durch die Innen­stadt. In der Vorwoche waren es bis zu 5500 Teilnehmer. Vom Theater­platz, ging es über Landtag, Haus der Presse und Schau­spiel­haus zurück zum Theater­platz. Bei der Gegen­demo von "Gepida" betei­ligten sich nach der Durch­ge­zählt-Schät­zung 350 bis 500 Teilnehmer.Stein­würfe auf Gegen­demo Nach Ende der Pegida-Demo wurden Gegen­de­mons­tranten am Terras­sen­ufer, von der Brühl­schen Terrasse aus, mit Steinen beworfen. Dabei wurde eine Scheibe des Lautspre­cher­wa­gens der Gepida-Demo beschä­digt. Mehrere Demons­tranten haben später am Bahnhof Neustadt Anzeige erstattet, teilte ein Polizei­spre­cher auf Anfrage mit. Ob auch Demons­tranten getroffen wurden, werde derzeit geprüft.Polizei warnt vor Überlas­tungDie Dresdner Polizei hat zuneh­mend Probleme, Demons­tra­tionen abzusi­chern. Seit Jahres­be­ginn gab es 166 Einsätze (33 bei Pegida) im Zusam­men­hang mit Asyl, Pegida und Gegen­demos in Dresden und Umgebung. 25.000 Beamte waren dafür vor Ort, von Dresden, über Freital, Meißen, Heidenau bis nach Bad Schandau oder Großen­hain. Mindes­tens vier solcher Einsätze pro Woche müssten die Beamten derzeit leisten, teilte die Polizei mit. Weil derart viele Veran­stal­tungen abzusi­chern seien, müsse teils erheb­lich von Einsatz­stan­dards abgewi­chen werden. So müsse man zuneh­mend den sogenannten Raumschutz reduzieren - unifor­mierte Kräfte, die rund um eine Versamm­lung postiert sind. Zudem erhalte die Dresdner Polizei immer seltener Unter­stüt­zung durch andere Bundes­länder oder den Bund. Wissen­schaftler disku­tieren über PegidaDresdner Wissen­schaftler haben davor gewarnt, die islam- und fremden­feind­liche Pegida-Bewegung als Lokalphä­nomen abzutun. "Pegida in Dresden ist wie ein Vulkan­schlot, das Magma erstreckt sich aber über ganz Deutsch­land und Europa", sagte der Politik­wis­sen­schaftler Werner Patzelt bei der Diskus­si­ons­ver­an­stal­tung der Techni­schen Univer­sität Dresden im Residenz­schloss. Zu dem Phänomen gehöre auch das Erstarken von rechts­po­pu­lis­ti­schen Parteien in ganz Europa, hierzu­lande etwa der Alter­na­tive für Deutsch­land.  Patzelts Kollege Hans Vorländer bezeich­nete Pegida als "rechts­po­pu­lis­ti­sche Empörungs­be­we­gung". Er sprach sich aber gegen Versamm­lungs­ver­bote aus. Patzelt und seine Studenten haben Pegida-Anhänger im Januar 2015 und dann erneut im April und Mai befragt. "Die Demons­tranten verorten sich zuneh­mend weiter rechts", sagte der Wissen­schaftler. Patzelt forderte die Politik auf, den Dialog mit Pegida nicht zu verwei­gern. Durch Ausgren­zung werde man die Bewegung weiter stärken. Pegida-Anhänger fühlten sich so in ihrer Wahrneh­mung bestä­tigt, von keiner etablierten Partei mehr vertreten zu werden.