Wende bei Ermittlungen gegen LKA-Beamten
Im Fall der zerstückelten Leiche von Reichenau hat der Anwalt des unter Mordverdacht stehenden Polizisten Beschwerde gegen die Inhaftierung seines Mandanten beim Amtsgericht in Pirna eingelegt. Wie "Der Spiegel" berichtet, geht Rechtsanwalt Endrik Wilhelm inzwischen davon aus, dass sich das Opfer, ein 59 Jahre alter Geschäftsmann aus Niedersachsen, selbst stranguliert hat. Er stütze sich dabei auf ein Video, das im Zuge der Ermittlungen aufgetaucht sei. "Ich habe das Video gesehen", sagte Wilhelm. Er habe weiterhin Anhaltspunkte dafür, dass bei den ersten Vernehmungen ohne Anwalt Druck auf seinen Mandanten ausgeübt worden sei, sagte Wilhelm. Daran, dass sein Mandant die Leiche des Mannes vergraben habe, gebe es keinen Zweifel. Das sei aber auf Verlangen geschehen. Das Amtsgericht in Pirna wartet jetzt auf die Akte und eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Dresden sowie auf das Video. Erst dann könne man eine Entscheidung fällen, so Sprecher Andreas Beeskow. In dem Fall hatte der Polizeibeamte, der als Schriftsachverständiger für das sächsische Landeskriminalamt tätig war, gestanden, den 59-Jährigen im vergangenen November auf dessen Verlangen getötet und im Garten vergraben zu haben. Die Ermittler hatten tagelang auf dem Grundstück eines ehemaligen DDR-Ferienheims, in dem der Polizist lebte und Gäste bewirtete, nach dem Toten gesucht. Die beiden hatten sich im Internet kennengelernt.