Weiterer Prozess um Freie Kameradschaft Dresden
Zwei Wochen nach der Verurteilung zweier Mitglieder hat am Mittwochvormittag ein weiterer Prozess im Zusammenhang mit der rechtsextremen Gruppe "Freie Kameradschaft Dresden" (FKD) am Dresdner Landgericht begonnen. Angeklagt sind fünf Männer zwischen 22 und 29 Jahren und eine 27-jährige Frau wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Bis auf die junge Frau befinden sich alle anderen Beschuldigten in Untersuchungshaft. Sie sollen seit 2015 mehrfach Asylbewerber und andere Menschen drangsaliert und verprügelt haben.Laut Anklage waren sie bei Krawallen vor der Asylbewerberunterkunft in Heidenau im August 2015 sowie im Oktober am Anschlag auf ein linksalternatives Wohnprojekt in Dresden beteiligt. Die FKD war bei Angriffen auf die Heime aufgefallen, teils in Kooperation mit der unter Terrorverdacht stehenden "Gruppe Freital". Auch eine Attacke auf Ausländer auf der Vogelwiese soll auf das Konto der FKD gehen. Im Zuge der Ermittlungen gegen die Neonazi-Gruppe wurden bisher insgesamt zehn Beschuldigte verhaftet. Das Dresdner Landgericht hatte am 24. August zwei Mitglieder der Neonazi-Gruppe zu Freiheitsstrafen verurteilt.Der Prozessauftakt am Mittwoch verzögerte sich, da die Angeklagten aus verschiedenen Gefängnissen nach Dresden gebracht werden mussten und nicht pünktlich vor Ort waren. Der jüngste Angeklagte kündigte nach Verlesung der Anklage an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Die angeklagte Frau wollte zu ihrer Person Angaben machen. (IR/AS mit dpa)