Weitere mit Keim infizierter Patient am Klinikum Neustadt gestorben
Im Krankenhaus Dresden-Neustadt ist ein weiterer, mit einem gefährlichen Keim infizierter Patient gestorben. Das teilte am Dienstagmittag die Leitung der Klinik mit. Es ist bereits der zweite Todesfall innerhalb weniger Tage. Beide Patienten erlagen ihren Grunderkrankungen, inwiefern der multiresistente Erreger zum Tod beigetragen hat, ist noch unklar.
Vor einer Woche waren die gefährlichen Keime im Krankenhaus aufgetreten. Seitdem ist die Intensivstation für Neuaufnahmen gesperrt. Derzeit gibt es vier weitere Patienten, die vom Keim besiedelt sind, sich allerdings nicht infiziert haben. Die weiteren zehn Patienten auf der Intensivstation tragen den Keim derzeit nicht.
Inzwischen sind alle Patienten dreimal getestet worden, am Donnerstag erfolgt ein vierter Test. Danach sollen Patienten, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt, auf andere Stationen verlegt hat. Der Ursprung des Keims konnte noch nicht gefunden worden, weit über 100 Test sind inzwischen durchgeführt worden. Dabei werden auf Oberflächen Proben mit Wattestäbchen genommen.
Für Patienten auf anderen Stationen oder für Besucher besteht laut Klinikleitung keine Gefahr, sich mit dem Keim zu infizieren. Auf der Intensivstation gibt es weiter strenge Hygieneregeln. Die Gegenstände im Zimmer werden vernichtet, mehrfach müssen Hände desinfiziert werden. Es darf zudem immer nur ein Angehöriger in Begleitung ein Patientenzimmer betreten, auch für die Besucher gibt es strikte Hygienevorgaben.
Multi-Resistente-Erreger sprechen auf normale Antibiotika nicht mehr an, haben Resistenzen entwickelt. Für gesunde Menschen sind sie in der Regel kein Problem. Bei Menschen mit Vorerkrankungen oder anderen schweren Krankheiten können sie allerdings schwerwiegende Folgen haben. Diese sind mit einer Blutvergiftung zu vergleichen. Die Keime breiten sich dann im ganzen Körper rasch aus.