Weitere Anklage im Missbrauchskomplex von Münster
Im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex von Münster (Verfahrenskomplex Rose) hat die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen einen 55-jährigen Deutschen erhoben. Ihm werden u.a. mehrfacher sexueller Missbrauch von Kindern und der Besitz pornographischen Materials vorgeworfen.
Laut Anklage geht es um einen Tatzeitraum von 2015 bis 2019. Der Beschuldigte soll die zum Tatzeitpunkt 9 bis 14 Jahre alten Jungen in einer Wohnung in Dresden und in extra angemieteten Ferienwohnungen in Pirna und Klipphausen missbraucht und dabei auch gefilmt haben. Im Fall des 9-Jährigen sollen auch Medikamente eingesetzt worden sein. Einem Mittäter soll der Beschuldigte Anweisungen für die Missbrauchshandlungen gegeben und die Filme später im Darknet angeboten haben.
Der Mann sitzt seit Ende August 2020 in U-Haft. Er war bei der Auswertung von Datenträgern ins Visier der Ermittler geraten. Wir haben darüber berichtet.
Bislang hat sich der Beschuldigte nicht zu den Tatvorwürfen geäußert.
Hintergrundinformation:
Münster ist einer von drei großen Missbrauchsfällen in Nordrhein-Westfalen, der im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht kam. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern Festnahmen gegeben, auch in Dresden und Pirna. Im Komplex „Rose“ laufen bundesweit Verfahren gegen mindestens 20 Beschuldigte. Ein Mann aus Schleswig-Holstein ist bereits rechtskräftig verurteilt - zu drei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe.