++ EIL ++
  • Alle neun historischen Dampfschiffe bekamen ein neues Logo an den Schornstein
  • Grün-weiß für Sachsen, das blaue Band für die Elbe und ein Anker zieren jetzt alle historischen Dampfer
  • Michael Kaiser ist seit 30 Jahren bei der Weißen Flotte. Der Maschinist hält den Dampfer "Wehlen" auf Trab

Weiße Flotto: Neue Optik zum 190. Geburtstag

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Die älteste Dampferflotte der Welt wird dieses Jahr 190 Jahre alt! Und das muss gefeiert werden. Mit Sonderfahrten, Veranstaltungen, aber auch einem neuen Logo. 

Mit großem Gehupe wurde der Schornstein des Dampfers „Stadt Wehlen“ am Donnerstag morgen am Terrassenufer enthüllt. Denn er trägt, wie alle anderen acht historischen Dampfer, ab sofort eine neue „Banderole“ am Schornstein. „Das ist ein sogenanntes National und ein zentrales Erkennungsmerkmal“, erklärt der Geschäftsführer der Sächsischen Dampfschifffahrt Stefan Bloch. Man habe sich am alten Logo orientiert, das die Schiffe bis 1923 trugen. Die Mitarbeiter durften beim neuen Entwurf mit tüfteln, am Ende wurde abgestimmt, welches es werden sollte. 

„Die Farben Grün und Weiß stehen für Sachsen, das blaue Band für den Fluss und ein Anker“, erklärt Prof. Fritz Heinrich, Experte der Sächsischen Binnenhäfen und absoluter Kenner der Dampfschiff-Geschichte. Er wusste außerdem zu berichten, dass die Raddampfer nach dem Krieg die ersten Kartoffeln aus der Lommatzscher Pflege ins zerbombte Dresden brachten. Oder auch, dass das frühere koreanische Staatsoberhaupt Kim Il-sung, bei einem Dresden-Besuch in den Achtziger Jahren unbedingt Dampfer fahren wollte. Anschließend war er so begeistert, dass er nordkoreanische Monteure auf die Schiffswerft Laubegast schickte, um Baupläne der historischen Dampfer - mit Genehmigung der Weißen Flotte - zu kopieren. Ein baugleicher Dampfer soll heute noch in Nordkorea schippern… 

30 Jahre unter Deck

Die Dampfschifffahrt ehrte heute auch langjährige Mitarbeiter. Einer von ihnen ist Michael Kaiser. Der 52-Jährige ist Maschinist auf der „Stadt Wehlen“ und seit 30 Jahren dabei. „Ich bin ganz stolz, dass ich auf dem ältesten Dampfer der Flotte fahren darf . Die Dampfmaschine ist schon Baujahr 1857 und damit älter als das Schiff selbst Während der Fahrt muss ich die Befehle des Kapitäns befolgen. Also sobald hier was klingelt, ein Maschinen-Telegraf, muss ich sofort das Kommando ausführen. Das heißt: Wenn der Kapitän Stopp sagt, muss ich stoppen, wenn ,langsam', dann langsamer. Denn es gibt ja Brücken, wo man sonst dagegen fahren würde und das darf natürlich nicht passieren“, so Kaiser. 

Dazu ist er auch für die Wartung und den Betrieb der ganzen Anlage zuständig. „Ich bin gelernter Industriemechaniker und brauche außerdem die Qualifikation .Kesselwärter Gruppe 4 für Hochdruck-Dampfkesselanlagen', um überhaupt auf so einem Schiff fahren zu dürfen“, erklärt Kaiser weiter. Das Jubiläumsjahr wird er also eher unter Deck erleben, wie schon die Jahrzehnte davor. 

Oper auf dem Wasser

Das absolute Highlight der Feierlichkeiten wird der sogenannte „Elbzauber“ am 5. September. Dabei tritt die finnische Opernsängerin Camilla Nylund mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg auf einer schwimmenden Wasserbühne mitten in der Elbe auf. Gäste können von den Schiffen oder auch vom Königsufer zuschauen. Tickets gibt´s hier

Audio:

Maschinist Michael Kaiser im Gespräch mit Claudia Lord
Weiße-Flotte-Chef Bloch zum neuen Logo