++ EIL ++

Weihnachten allein? Hier gibt es Anschluss

Zuletzt aktualisiert:

Weihnachten ist für viele Menschen eine besinnliche, manchmal auch hektische Zeit - meist im Kreise der Liebsten. Doch selbstverständlich ist das nicht. Zahlreiche Menschen bleiben die Feiertage über allein, und die Einsamkeit wird in der stillsten Zeit des Jahres umso spürbarer.

Gründe dafür gibt es viele: zerbrochene Beziehungen, familiäre Konflikte oder der Verlust von Angehörigen. Manche wählen die Stille, andere sehnen sich nach Nähe und finden sie nicht.

Dresden bietet daher auch in diesem Jahr viele Möglichkeiten, Anschluss zu finden. Nachfolgend eine Übersicht:

 

Seniorenbegegnungsstätten: In den Stadtteilen bieten Begegnungsstätten regelmäßig Veranstaltungen wie Kaffee-Runden, Spiele-Nachmittage oder kulturelle Angebote. Ältere Menschen können gemeinsam Zeit verbringen, sich über Neuigkeiten in ihrem Quartier informieren und Ideen für gemeinsame Unternehmungen entwickeln. Am 24. Dezember laden einige Dresdner Seniorenbegegnungsstätten zu Weihnachtsfeiern ein. Die Termine sind in der Amtsblatt-Beilage „PlusZeit“ und auf www.dresden.de/seniorenkalender veröffentlicht. Die Begegnungsstätten sind auf www.dresden.de/seniorentreffs zu finden.

Freizeitgruppen und Vereine: Sportvereine, Kunst- und Handwerkskurse sind auch an den Feiertagen aktiv und ein beliebter Anlaufpunkt.

Kulturhäuser: Dresden hat als Kulturstadt mit einem vielfältigen Programm während der Feiertage für alle Altersgruppen etwas zu bieten. Die Städtischen Bibliotheken und Museen verstehen sich als Orte der Begegnung und haben bis auf wenige Ausnahmen an den Feiertagen geöffnet. Menschen mit Dresden-Pass erhalten an den Abendkassen von Staatsoperette, tjg Theater Junge Generation und Dresdner Philharmonie nach Verfügbarkeit kostenfreie Restkarten und bekommen kostenlosen Eintritt in städtische Museen. Weitere Informationen gibt es unter der Website der Bibliotheken und online auf der Seite der Museen.

Selbsthilfe: In thematischen Selbsthilfegruppen, die sich speziell der Einsamkeit widmen, können Betroffene offen und vertraulich über ihre Gefühle sprechen – ohne sich zu schämen. Schon zu erfahren, dass es anderen ebenso geht, kann sehr entlastend sein. Die gemeinsame Suche nach Lösungen eröffnet dann oft neue Ideen und wirkt motivierend. Kontakte zu den Selbsthilfegruppen gibt es auf www.dresden.de/selbsthilfe.

Rat und Tat am Telefon: Wer persönlich niemanden treffen kann, findet ein offenes Ohr am Telefon. Diese Hotlines bieten Unterstützung für alle, die sich einsam fühlen:

  • TelefonSeelsorge Deutschland e. V.: Erreichbar an den Feiertagen unter 0800-1110111, 0800-1110222 sowie per E-Mail und Chat unter Online.Telefonseelsorge.de.
  • Silbernetz-Feiertagstelefon für alle ab 60 Jahren: Von Heiligabend 8 Uhr bis Neujahr 22 Uhr unter 0800-4708090 rund um die Uhr erreichbar – anonym, vertraulich und kostenfrei. Hier finden alle ein offenes Ohr, die sich einsam fühlen und einfach mal reden möchten.
  • Dresdner „Telefon des Vertrauens“ für Menschen in seelischen Krisen: Täglich zwischen 17 und 23 Uhr zum Ortstarif unter 0351-8041616 erreichbar. Erfahrene Beraterinnen und Berater hören zu – vertrauensvoll und auf Wunsch anonym – und vermitteln bei Bedarf weiterführende Hilfen.
  • Notruf 112 bei akuten Krisen: In lebensbedrohlichen Situationen, die schnelle medizinische Hilfe erfordern, sofort Notruf 112 wählen!

Einsamkeit hat viele Gründe

Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein. Ein Mensch kann von anderen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen. Entscheidend ist weniger die Anzahl der sozialen Kontakte, sondern ihre Qualität. Einsamkeit bezeichnet also ein Gefühl des Ausgeschlossenseins und des Fehlens vertrauensvoller enger Beziehungen zu anderen Menschen. Für einige Menschen ist Einsamkeit nur ein vorübergehender Zustand, für andere jedoch kann sie zu einem dauerhaften und individuell auch belastenden Begleiter werden.

Einsamkeit ist zwar keine Krankheit, kann aber die Gesundheit gefährden. Fachleute unterscheiden zwischen dem subjektiven Gefühl der Einsamkeit (wie man sich fühlt) und der objektiv feststellbaren sozialen Isolation (zum Beispiel die Anzahl und Häufigkeit von sozialen Kontakten sowie deren Nähe). Es ist erwiesen, dass Einsamkeit eine Ursache für einige Krankheiten sein kann – dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Angststörungen. Der Zusammenhang zwischen eingeschränkter psychischer Gesundheit und Einsamkeit ist klarer erkennbar als der Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit. Andererseits können schwere Krankheiten, vor allem solche, die mit Scham oder eingeschränkter Beweglichkeit verbunden sind, ebenfalls einsam machen.