Wehlend kritisiert Zuschauer-Regelungen in Sachsen

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Dynamo muss den geplanten Saisonetat von 32 Millionen Euro deutlich senken. Aufgrund der verminderten Ticketeinnahmen kann der Verein nun nur noch mit 25 Millionen Euro rechnen. Das erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer, Jürgen Wehlend, am Dienstag. Von den politischen Entscheidungsträgern forderte der 56-Jährige mehr Mut und eine einheitliche Linie.

Gemäß der sächsischen Corona-Verordnung durfte Dynamo beim letzten Heimauftritt gegen den Hamburger SV (1:1) 1000 Zuschauer im Stadion begrüßen. So viele werden auch beim nächsten Spiel am 6. Februar gegen Hansa Rostock zugelassen sein. Wehlend sieht in den geltenden Regelungen keine Verhältnismäßigkeit mehr. «Der Fußball muss für Symbolpolitik herhalten», erklärte er. Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer kritisierte, dass Magdeburg am vergangenen Wochenende vor 12 000 Zuschauern spielen durfte und in Bayern künftig wieder bis zu 10 000 Besucher erlaubt sind.

Die Entscheidung der Sächsischen Landesregierung, die am frühen Dienstagabend verkündete, dass eine Erhöhung der Zuschauerzahlen in den Fußballstadien des Freistaats nicht vorgesehen sei, auf Unverständnis. «Dass, was wir aus der sächsischen Staatskanzlei hören stimmt uns tief traurig. Wir werden deshalb aber auch nicht müde darauf hinzuweisen, dass mehr machbar ist, wenn man in Möglichkeiten denkt», sagte Wehlend. Man müsse dem Fußball «in seiner Rolle, der er in der Gesellschaft einnimmt, gerecht werden» forderte er.

Für den Saisonabschluss prognostiziert der Verein mittlerweile ein Minus von 2,5 bis 3,4 Millionen Euro. In der Vorsaison lag dieser Wert bei 880 000 Euro. Allerdings sind dabei noch keine Corona-Hilfen einberechnet. Für die Saison 2020/21 wurden den Dresdnern bisher zwei Millionen Euro ausgezahlt, etwa 2,8 weitere könnten noch fließen, so der kaufmännische Geschäftsführer. Auch in dieser Saison sollen Ausfallhilfen in Anspruch genommen werden, erklärte Wehlend. (dpa)