Was machen 500.000 Bienen im Wirtschaftsministerium?
Auch wenn es im sächsischen Wirtschaftsministerium zur Ferienzeit eher ruhig zugeht, brummt es gerade mächtig im Innenhof des Gebäudes. Denn dort zogen vor einem Jahr 500.000 neue Mitarbeiter ein, wie Staatssekretär Thomas Kralinski sie nennt. Es geht um acht Bienenstöcke und ihre fleißigen Bewohner.
Gerade ist Honigernte. „Wir versprechen uns rund 130 Kilo Honig von den Bienen hier“, erklärt Imker Jens Ardelt von der Meißner Bio-Imkerei MyHoney. Die hat insgesamt drei Standorte in Dresden und sammelt insgesamt rund 400 Kilo Honig von den Stadt-Bienen ein. Bevor Ardelt beginnt, räuchert er um den Bienenstock: „Das soll einen Waldbrand simulieren, dadurch ziehen sich die Bienen in den zurück, werden nicht so angriffslustig.“
Kralinski kostet den „Ministergarten-Honig“, wie er ihn nennt, mit einem Löffelchen direkt aus der Wabe. „Hmm, hervorragend“, so sein Urteil. Will sich das Ministerium mit den Bienen einen „grünen Anstrich“ geben, wie auch ZDF-Moderator Jan Böhmermann dem Imker Rico Heinzig von MyHoney vorwarf? „Nein, wir wollen damit werben, dass Umwelt und Wirtschaft kein Gegensatz sind, sondern dass sich das wechselseitig befruchten muss. Und im wahrsten Sinne des Wortes tun wir das hier mit unseren Bienenvölkern“, so der Staatssekretär. Im Berufungsprozess Böhmermann gegen Heinzig vorm Oberlandesgericht in Dresden fällt übrigens am Donnerstag das Urteil.
Das Ministerium verdient, nach eigenen Angaben, selbst nichts an dem Honig, stellt nur die Fläche im geschützten Innenhof zur Verfügung. Der süße Nektar sei aber bei Auslandsreisen von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) schon ein gern genommenes Gastgeschenk gewesen. Den Bio-Honig gibt es über myhoney zu kaufen, ein Glas (250 g) kostet 6,50 Euro.