Zeichen auf Kampf - Warnstreik bei Siemens Görlitz angekündigt

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Die IG Metall bläst zum Warnstreik bei Siemens Görlitz. Sie will damit gegen den geplanten Stellenabbau vorgehen. Der Konzern will nach Angaben der Gewerkschaft 127 Arbeitsplätze streichen. Das wären fast 15 Prozent der Belegschaft, so IG Metall Ostsachsenchef Jan Otto im Interview mit unserem Sender. Der Warnstreik ist für Mitte nächster Woche geplant.

Es soll möglicherweise auch Einschnitte im Ausbildungszentrum geben. "Diese Aussagen prüfen wir derzeit", so Otto. "Wir werden Siemens in Görlitz erstmals seit 20 Jahren in die Streikplanung mit einbeziehen."

Im vergangenen Jahr war für den Standort ein millionenschwerer Zukunftspakt geschlossen worden. Darin hat sich der Konzern u.a. zum Aufbau eines Innovationscampus und einer Plattform zur Erforschung von Wasserstofftechnologien in Görlitz bekannt. "Es geht einfach nicht, dass Siemens  angesichts der Perspektive einen so großen Teil der Stellen streichen will."

Vor drei Jahren hatte die Belegschaft gezeigt, dass sie für den Erhalt des Standorts erfolgreich kämpfen kann. Sie trommelte buchstäblich die Konzernführung an den Verhandlungstisch. Das Werk wurde gerettet. Jetzt gehe es darum, den Erfolg zu verteidigen, so Otto.

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Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen