War die Einschläferung der drei Tigerbabys im Zoo Leipzig rechtens?
Mit dieser Frage müssen sich demnächst womöglich Gerichte beschäftigten. Nachdem im Zoo Leipzig drei kleine Tiger eingeschläfert wurden, hat die Tierrechtsorganisation Peta angekündigt, Strafanzeige gegen die Verantwortlichen stellen zu wollen.
Darum geht´s
Die in Leipzig gehaltene Amurtigerin Yushka hatte am Mittwochabend erstmals Junge bekommen. Insgesamt drei Stück. Anfangs habe sie sich noch gut um ihren Nachwuchs gekümmert. Doch bereits einen Tag später habe ihr Verhalten umgeschlagen. Die Babys seien daraufhin immer schwächer geworden und hätten schließlich eingeschläfert werden müssen. Auch, um ihnen ein Leiden durch Verhungern zu ersparen. Die knapp sieben Jahre alte Raubkatze sei noch sehr unerfahren, hieß es unter anderem zur Begründung.
Eine Handaufzucht sei nicht infrage gekommen. Zoo-Direktor Prof. Jörg Junhold: „Die Aufzucht von Nachwuchs durch die Katzenmutter sowie das Lernen vom Muttertier sind für das natürliche Verhalten ohne Fehlprägungen essenziell. Diesem wissenschaftlichen Anspruch zur artgemäßen Wildtierhaltung sind wir als Zoo Leipzig ebenso wie unsere Fachkollegen verpflichtet.
Tierschützer fordern Stopp der Zucht
Peta will die Rechtmäßigkeit der Einschläferung prüfen lassen, erklärte Kampagnenleiter Peter Höffken: “Wir fordern einen sofortigen Stopp der sinnlosen Zuchtprogramme.„ Sibirische Tiger hätten in Leipzig nichts zu suchen. Die Zucht in Zoos sei sinnlos, weil die Raubtiere sowieso nicht ausgewildert werden könnten. In freier Wildbahn dagegen würden Tigermütter ihren Nachwuchs fast immer annehmen, so Höffken.