Waldbrand in der Sächsischen Schweiz: Polizei vermutet Brandstiftung
In der Sächsischen Schweiz musste die Feuerwehr am Dienstag zu einem Waldbrand ausrücken. In Waitzdorf bei Hohnstein war etwa ein Hektar betroffen, berichtet unser Reporter.
Aufgrund der unzugänglichen Lage dauerte es bis zum Nachmittag, ehe die Löscharbeiten beginnen konnten. Dazu wurde eine lange Wegstrecke für das Löschwasser aufgebaut. Starker Wind fachte das Feuer immer wieder an. Erst nach gut fünf Stunden waren die Flammen in der felsigen Nationalparkregion unter Kontrolle. Der Brandort befand sich in der Kernzone des Nationalparks, die nicht betreten werden darf.
Auch am Mittwoch war die Feuerwehr weiterhin vor Ort. „Es sind eine Menge Glutnester da, sie wird den ganzen Tag brauchen, um sie abzulöschen“, sagte der Bürgermeister der zuständigen Gemeinde Hohnstein, Daniel Brade. Das habe ein Hubschrauberflug über den Brandbereich mit Wärmebildkamera am Morgen gezeigt. Das bisschen Regen in der Nacht und weitere erwartete Niederschläge reichten nicht bis zu den im Boden befindlichen Herden.
Die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung aus. Das Feuer sei nicht auf natürliche Weise entstanden, so ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Die genaue Ursache ist aber noch unklar.
„Die neu errichtete Löschwasserzisterne, die wir noch Ende vergangenen Jahres mit 100 Kubikmetern Fassungsvolumen einweihen konnten, war Gold wert“, so Bürgermeister Daniel Brade. „Ihr Standort war 800 Meter vom Brandort entfernt, die mit Schlauchleitungen überbrückt werden mussten. Wir hätten sonst nur mit Tanklöschfahrzeugen die Wasserversorgung sicherstellen können und viel Zeit verloren. 42 Kubikmeter Wasser wurden aus der Zisterne entnommen, die jetzt wieder nachgefüllt werden.“
Uwe Borrmeister, Leiter der Nationalparkverwaltung, dankt den Einsatzkräften der Feuerwehr: „Abgestimmt mit diesen konnten unsere Ranger mit der neu beschafften Technik viel dazu beitragen, um die weitere Ausbreitung des Waldbrandes zu verhindern. Angefangen beim schnellen Auffinden des Brandherdes mit der Wärmebilddrohne bis hin zu unserem Waldbrandhänger mit Löschrucksäcken und Waldbrandhacken sowie einer kleinen Löschwasserpumpe. Auch unsere Forstwirte waren schnell aktiv und haben in dem abgelegenen Gebiet einige querliegende Stämme entfernt, so dass die Feuerwehren gut arbeiten konnten.“
Negativ sei allerdings, dass der Brand sehr wahrscheinlich wieder durch Menschen verursacht wurde. „Zwar ist die Brandursache nicht eindeutig zu klären, doch können wir Blitzeinschlag als Ursache ausschließen“, so Borrmeister. „Wir bitten alle Besucher uns beim Waldbrandschutz durch ein achtsames Verhalten zu unterstützen. Unsere Förster und Ranger werden Verstöße gegen das Feuerverbot intensiv ahnden.“