Waldbrand in Böhmischer Schweiz: Prozess beginnt
Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Waldbrand in der Böhmischen Schweiz hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter begonnen. Die Flammen waren damals auch auf den benachbarten Nationalpark Sächsische Schweiz übergesprungen.
Der Angeklagte räumte ein, mehrere kleinere Brände in der Umgebung gelegt zu haben. Den Nationalpark habe er aber nicht angezündet, sagte der frühere Parkranger vor dem Landgericht in Usti nad Labem.
Die Löscharbeiten dauerten damals drei Wochen. Es entstand ein Sachschaden von umgerechnet rund elf Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Gefährdung der Allgemeinheit und Sachbeschädigung vor. Der Anklage zufolge soll er in einer Zeit lang anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2022 in der Grenzgemeinde Hrensko absichtlich ein Feuer entzündet haben.
Dazu soll er im sogenannten Himbeertal Spiritus, ein Feuerzeug und Reisig benutzt haben. Der Brand habe sich auf eine Fläche von mehr als 1100 Hektar ausgeweitet. Dabei sei ein Dutzend Gebäude zerstört worden, vor allem in der Gemeinde Mezna. Mehr als 500 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Wenngleich der Tourismus langsam wieder anläuft, sind Teile des Nationalparks Böhmische Schweiz bis heute aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie zum Beispiel die Edmundsklamm, einer der schönsten Sandstein-Canyons Europas. Wegen der erneut hohen Waldbrandgefahr gilt derzeit im Nationalpark zudem ein nächtliches Zutrittsverbot. (mit dpa)