VW Sachsen trennt sich von Leiharbeitern
VW Sachsen trennt sich von seinen Zeitarbeitern. Am Dienstag wurden die Mitarbeiter in Zwickau informiert, betroffen sind laut Betriebsrat am Standort 600 Mitarbeiter. Am Mittwoch ist dann eine Betriebsversammlung in der Gläsernen Manufaktur in Dresden geplant, teilte ein VW-Sprecher mit. Dort gibt es allerdings keine Leiharbeiter. Man wolle Prozesse optimieren und wirtschaftlicher machen, hieß es von VW. Gleichzeitig werden die Mitarbeiter mit befristeten Verträgen unbefristet übernommen. 160 Mitarbeiter in Mosel werden unbefristet übernommen.Der Betriebsrat forderte, dass alternative Einsatzmöglichkeiten für die Leiharbeiter geprüft werden. Verträge auslaufen zu lassen, habe nichts mit sozialer Verantwortung zu tun, sagte Gesamtbetriebsrat Jens Rothe. „Wir erwarten als Betriebsrat, dass die AutoVision als Leiharbeitsfirma, für die der Vorstand als 100-prozentigen VW-Tochter Verantwortung trägt, alternative Einsatzmöglichkeiten für die Kolleginnen und Kollegen prüft. Verträge einfach nur auslaufen zu lassen, hat für uns nichts mit sozialer Verantwortung zu tun“, betonte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen Sachsen, Jens Rothe.Perspektive für Leiharbeiter bei Porsche oder Audi?Wie Rothe mitteilte, stehen der VW-Konzernbetriebsrat und der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen Sachsen im engen Kontakt zu anderen Standorten im Konzern, um jedenfalls einem Teil der Kollegen Perspektiven zu geben. „Wir führen hierzu gemeinsam mit unseren Betriebsratskollegen in Wolfsburg konkrete Gespräche mit unserem Kollegen Uwe Hück bei Porsche und Peter Mosch bei Audi. Dabei geht es sowohl darum, Perspektiven für heute befristet Beschäftigte bei der Volkswagen Sachsen GmbH als auch für Kolleginnen und Kollegen der Autovision mit Leiharbeitsverträgen zu eröffnen“, sagte Rothe. Für einen Teil der Betroffenen sollte eine Perspektive bei Porsche in Zuffenhausen und Leipzig geschaffen werden, teilte Konzernbetriebsratsvorsitzender Uwe Hück mit.
Neue Karosserien exklusiv in Zwickau
Veränderungsprozess nennt VW die Maßnahmen infolge des Abgasskandals. Die Produktion von Golf und Passat soll weiter optimiert werden. Und Bentley-Karosserien kommen auch künftig aus Zwickau. Zudem werde an "Konzepten zur Flexibilisierung weiterer hochwertiger Karosseriemodelle gearbeitet", hieß es. Aus Teilnehmerkreisen hat unser Sender erfahren, dass künftig die Karosserien des Lamborghini urus und des Bentley bentayga exklusiv in Mosel gefertigt werden.
10.250 Beschäftige bei VW in Sachsen10.250 Menschen arbeiten bei VW in Sachsen, davon etwa 7.900 in Zwickau, etwa 2000 in Chemnitz und 500 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Kein Abbau der StammbelegschaftIn Dresden gibt es nach Angaben eines VW-Sprechers keine Leiharbeiter. Ein Abbau der Stammbelegschaft in Dresden oder Chemnitz sei nicht geplant, teilte VW-Sprecher Dr. Carsten Krebs auf Anfrage unseres Senders mit.