++ EIL ++

Vorweihnachtswunder in Pirna: Valentin (2) aus tiefem Rohr gerettet

Zuletzt aktualisiert:

Auf dem Sonnenstein in Pirna hat eine Familie ihr Vorweihnachtswunder erlebt. Ihr zweijähriger Sohn Valentin war am Donnerstagnachmittag auf der Wiese vor dem benachbarten Mehrfamilienhaus in das Rohr eines Drainageschachtes gefallen. Das Kind steckte in dem mehrere Meter tiefen Rohr fest.

Die Feuerwehr eilte herbei. Zum Schluss war es ein größeres Aufgebot von weiteren Rettungskräften. Einsatzleiter Peter Kammel von der Feuerwehr Pirna schilderte das Problem: „Es war von oben kein rankommen an den eingeklemmten Jungen im Schacht. Keine erwachsene Person war so schmal, dass die Rettungskräfte in den Schacht einsteigen oder selbst kopfüber an den Jungen herankommen konnten.“ Der Schacht war nicht breiter als das Kind selbst. „Mit den ersten denkbaren Möglichkeiten, mit einer Schlaufe, Gurten oder ähnlichem das Kind zu retten, hat leider nicht funktioniert“, berichtet Kammel.

Eile war geboten; Bagger wurden angefordert

Es musste zügig gehen. Noch bevor die Bagger eintrafen, begannen Feuerwehrleute und Rettungssanitäter mit Hacke und Schaufel die Wiese an dem  Rohr aufzugraben. Die Polizei eskortierte je einen Bagger von zwei Baufirmen direkt an die Einsatzstelle, ebenso den Notdienst der Stadtwerke Pirna. Peter Kammel: „Wir haben kurzfristig zwei Baggerfirmen geordert, die hervorragend mitgearbeitet haben.“ Die Stadtwerke Pirna mussten vorher bestätigen, dass keine Leitungen (Gas oder Fernwärme) sich in der schnell zu errichtenden Baugrube befinden werden.

Mit zwei großen Baggern wurde der Bereich an dem Schacht weiträumig ausgebaggert. Zwei Bäume mussten weichen, um Platz für den Aushub zu bekommen und Arbeitsfläche zu schaffen. Gebaggert wurde bis zu einem querliegenden Schacht auf einer Sohle in etwa vier Metern Tiefe. Von der Seite befand sich kurz vor dem Schach ein Zugang: eine Blindkappe eines seitlichen Revisionseinganges, wo Regenwasser in die Drainage reinläuft. Durch diese Öffnung, die bei den Schachtarbeiten in etwa drei Meter Tiefe entdeckt wurde, konnte das Kind mit einem Seil, dass die Beine des Jungen umschlungen hatte , fixiert werden. Als das Seil um den Körper des Jungen hing, konnte der Kleine von Feuerleuten nach oben gezogen werden.

Mama singt für eingeklemmten Sohn

Die Eltern haben sich während des Rettungseinsatzes rührend um das Kind gekümmert und Rettungskräfte bestens unterstützt, berichten die Einsatzkräfte. Abwechselnd oder zugleich beruhigten sie das Kind von der ebenerdigen Rohröffnung aus, über die ein Schutzzelt aufgebaut worden war. Eingewickelt in einer Decke sang die Mutti mit ihrem Sohn Lieder etc., damit er nicht einschläft. Mit einem Gebläse leiteten Helfer warme Luft in den Schacht.

Anwohner fieberten mit den Einsatzkräften. „Hoffentlich bekommen sie den Jungen schnell aus dem Rohr. Hoffentlich übersteht er das. Es wurde ja immer kälter und fing zu schneien an…“ Ehrenamtliche von der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Dresden / Heidenau standen bereit, wenn es notwendig geworden wäre, die Eltern ob dieser Ausnahmesituation aufzufangen.

Erlösung nach zweieinhalb Stunden Hoffen und Bangen

Nach zweieinhalb Stunden nach dem Sturz in den Schacht hing der Junge an einem Seil. Vorsichtig wurde er von Feuerwehrleuten nach oben gezogen. Kurz darauf konnten die Rettungskräfte das Kind den Eltern übergeben. „Wir waren heilfroh, dass wir das Kind raus hatten“, so Einsatzleiter Peter Kammel. „Alle Einsatzkräfte haben hervorragend gewirkt und sehr gut Hand in Hand gearbeitet, um das Kind schnellstmöglich aus dem Schacht zu befreien. Ein wirklich wichtiger Baustein des Erfolges waren die beiden hiesigen Bauunternehmen, die mit ihren Baggern unkompliziert und sofort zur Stelle waren.“

Aufatmen auch bei den Nachbarn nach dem glücklichen Ende. Normalerweise sei das schmale Rohr mit einer Plastikabdeckung verschlossen. „Diese sah sehr primitiv aus.“ Gemunkelt wird, dass der Deckel so groß wie ein Teller, aber aus Plaste womöglich porös war, der Junge womöglich draufgesprungen und dadurch eingebrochen ist. Die Abdeckung wurde in der Tiefe am Schachtende etwas beschädigt gefunden und von der Polizei sichergestellt.

 

Audio:

Peter Kammel, Chef der Feuerwehr Pirna zum Rettungseinsatz
Peter Kammel, Chef der Feuerwehr Pirna ist den Eltern sehr dankbar für die Unterstützung

Weitere Bilder der Rettungsaktion in der Galerie