Viele Zebrastreifen fehlen, aber Stadt zeigt „Selbstpinseler“ an
Am Montag gehen 37.000 Erstklässler in Sachsen erstmals stolz zur Schule. Dabei sind viele auch zu Fuß unterwegs und das ist in Dresden teils ganz schön gefährlich.
Eine Kommission hatte bereits vor drei Jahren 259 Stellen in der Stadt ausgemacht, wo Straßenquerungen eine Ampel oder einen Zebrastreifen bräuchten. Allein 60 davon haben höchste Priorität bei der Umsetzung. Passiert ist seitdem nicht viel, gerade mal zwei neue Zebrastreifen wurden seitdem auf der Aachener(Kopernikusstraße und Lößnitz/Marta-Fraenkel-Straße umgesetzt.
Weil das vielen Eltern zu lange dauert, malten letzte Woche Unbekannte einfach einen Zebrastreifen auf den Bischofsweg in der Neustadt . Doch das sollte ein Nachspiel haben.
Dresden hängt hinterher
Gerade mal 63 Zebrastreifen gibt es in der Stadt, so das Rathaus - gut halb so viele wie in Leipzig. Zu wenig, findet Stadtrat Stefan Engel (SPD), der bei dem Thema immer wieder nachhakt: „Die Stadt muss endlich einen Zahn zulegen. In den Stadtbezirken und Beiräten wurden ganz viele sinnvolle Standorte gefunden. Und wir erwarten jetzt einfach, dass die Stadtverwaltung die nicht alle tot prüft, sondern pragmatisch zu Lösungen kommt. Es geht auch darum, ob Schulwege sicher sind und Kinder selbstständig ihren Weg zur Schule finden können und da sind Zebrastreifen eigentlich ein Superinstrument.“
Das Rathaus plant zwar drei weitere Übergänge
- Bernhardstraße/Plaunscher Ring
- Erich-Kästner/Heinrich-Mann-Straße
- Dammweg/Lößnitzstraße
...wann die aber kommen, ist völlig offen. „Die Umsetzung erfolgt nach Prioritäten, abhängig vonn den zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen“, so die Stadtverwaltung. Laut einer Ratsanfrage von Stefan Engel bezifferte die Stadtverwaltung die Kosten für einen Zebrastreifen mit „Gehweg-Vorstreckung“ und Blindenleitsystem mit 95.000 Euro.
Anzeige ist raus
Und bis dahin soll sich der Dresdner bitte gedulden. Denn die „Mal-Aktion“ am Bischofsweg zog eine Strafanzeige des Straßen- und Tiefbauamtes wegen Sachbeschädigung und eine wegen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr nach sich, so das Rathaus. Zudem sei das Piktogramm „spielende Kinder“ ein eigenmächtig angebrachtes Verkehrszeichen und würde mit einem Bußgeld für diese Ordnungswidrigkeit belegt.