• In Großröhrs­dorf gab es bereits 2014 Proteste für mehr Trans­pa­renz. (Foto Archiv: Tele-Lausitz)

    In Großröhrs­dorf gab es bereits 2014 Proteste für mehr Trans­pa­renz. (Foto Archiv: Tele-Lausitz)

Vermieter verhindert Notunterkunft für 700 Flüchtlinge in Großröhrsdorf

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Überra­schung in Großröhrs­dorf: In der leerste­henden Halle eines Unter­neh­mens, wird doch keine Notun­ter­kunft für 700 Flücht­linge entstehen. Das teilte Portatec-Geschäfts­führer Dietmar Metzner unserem Sender auf Anfrage mit. Man werde den Mietver­trag mit dem Freistaat nicht unter­schreiben. Grund sei die Zuspit­zung der vergan­gengen Tage und die fehlende politi­sche Lösung, sagte Metzner. Man habe eine Verant­wor­tung für die Stadt. Die Landes­di­rek­tion wollte bis zu 700 Flücht­linge in der Firmen­halle in Großröhrs­dorf unter­bringen. Bürger­meister, Stadtrat und Pfarrer der Gemeinde hatten sich dagegen ausge­spro­chen. Portatec will die Halle nun ander­weitig vermarkten.

Auch die Landes­di­rek­tion hat sich dann am Mittwoch­nach­mitag geäußert, die Behörde teilte schrift­lich mit:

Zur Nutzung von Werkhallen der ehema­ligen Schüco-Solar­fa­brik als Asylbe­wer­ber­not­un­ter­kunft der Erstauf­nah­me­ein­rich­tung des Freistaates Sachsen ist ein Mietver­trag zwischen dem jetzigen Eigen­tümer der Hallen und dem Freistaat Sachsen nicht zustande gekommen. Eine Nutzung der früheren Solar­fa­brik als Asylbe­wer­be­rerst­un­ter­kunft für in Sachsen neu ankom­mende Asylsu­chende kommt deshalb vorläufig nicht weiter in Betracht.

Täglich sind zwischen 200 und 300 Asylbe­werber in Sachsen neu unter­zu­bringen. Die Landes­di­rek­tion Sachsen und der Staats­be­trieb Sächsi­sches Immobi­lien- und Bauma­nage­ment (SIB) setzen deshalb die inten­sive Recherche für zusätz­liche Unter­brin­gungs­mög­lich­keiten für die Erstauf­nahme von Asylbe­wer­bern fort. Spruch­reife Stand­ort­ent­schei­dungen werden wie bislang aktiv und umgehend kommu­ni­ziert.