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Verkehrsversuche in Dresden: Welche liefen gut, welche folgen?

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Verkehrsversuche sind ein heiß diskutiertes Thema in Dresden. Ein Beispiel sind die Radstreifen rund um das Blaue Wunder: Nach heftigen Debatten wurde der Versuch vorzeitig abgebrochen.

Doch nicht immer geht es bei den Verkehrsversuchen um Radwege, und nicht immer scheitern diese. Ein Überblick.

 

Funktionierte gut: Tempolimit 30 statt 50 am Terrassenufer

Im Jahr 2023 galt für mehrere Monate die reduzierte Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h am Terrassenufer zwischen Theaterplatz und Steinstraße. Der Versuch war so erfolgreich, dass man daraufhin beschloss, die Regelung dauerhaft einzuführen.

Seit Juni müssen Autofahrer runter vom Gas. Die 30er-Zone soll die Sicherheit für Fußgänger  und Radfahrer erhöhen. Laut Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn klappt das auch: So wurden deutlich weniger gefährliche Überholvorgänge gemessen.

Außerdem nutzten viel mehr Radler die Radwege statt - wie es oftmals zuvor der Fall war - die Gehwege. Damit wurden die Konflikten zwischen den Fahrradfahrern und Fußgängern deutlich reduziert, so Kühn weiter.

Flügelweg: Versuch läuft noch

Eine Umweltspur statt Autospur: das ist seit April auf dem Flügelweg kurz hinter der Brücke der Fall. Die Umweltspur kann nur von den Bussen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und Radfahrern genutzt werden.

DVB-Chef Andreas Hemmersbach zog positive Zwischenbilanz: Die Busse sind schneller und Radler sicherer unterwegs. Für Autofahrer gebe sich nur wenig Verschlechterungen. Größtes Chaos würden Unfälle auf der A4 verursachen, wodurch es zu Rückstau kommt. Der Versuch läuft noch bis Oktober. 

Begrünte Seestraße: Versuch erfolgreich

Auch auf der Seestraße hat sich einiges getan. Um die Innenstadt wieder attraktiver zu machen, wurden dort nicht nur Pflanzen oder Sitzbänke aufgestellt.  Der Bereich wurde vorübergehend zur Fußgängerzone und darf bis zum Herbst zusätzlich zu den Fußgängern nur noch vom Rad- und Anlieferverkehr genutzt werden.

Laut Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn sei das Feedback - vor allem auf Social Media - sehr positiv. Zahlreiche Menschen würden die neu gestaltete Fläche nutzen und den Aufenthalt dort mehr genießen.

Radwege für die Kesselsdorfer Straße: Versuch startet am Montag

Am 12. August startet dann der nächste Verkehrsversuch auf der Kesselsdorfer Straße in Löbtau. Dort werden Radwege zwischen der Wernerstraße und der Rudolf-Renner-Straße markiert.

Heißt für Autos: eine Spur fällt weg. Sie müssen stadtauswärts eine gemeinsames Spur mit der Bahn nutzen. Zudem wird die Nutzung im Bereich der Haltestelle "Bünaustraße" für den Verkehr verboten.

Zunächst sollen die Markierungen und Regelungen bis zum Oktober gelten. Die Stadt begleitet den Versuch und schaut sich an, ob die Straßenbahnen der Linien 6, 7 sowie 12 und auch Autos dann länger im Stau stehen. Je nach Lage wird dann entschieden, ob die Markierungen bleiben oder wieder verschwinden.

Ab September: Verkehrsversuch Carolabrücke

Auf der Carolabrücke geht es dann ab dem 2. September los. Autofahrer kennen die Situation bereits aus dem vergangenen Jahr - schon da fiel aufgrund von Bauarbeiten eine Spur weg.

Das gilt nun erneut vom 2. September bis 31. Dezember. Ziel ist es, die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern. Bislang sind die Radler auf dem Fußweg unterwegs, was oft für Konflikte sorgt. In rund acht Stunden zählte die Stadt im Schnitt 300 Fußgänger auf der Brücke sowie rund 1.230 Radfahrer.

Durch die eigene Radspur gibt es dann eine durchgehende Radverbindung von der Neustadt über die Altstadt bis hin zum Hauptbahnhof und der TU. Für den Versuch, also Planung, Markierung und Umbau investiert die Stadt rund 200.000 Euro. Außerdem wird auch die Fußgängerinsel auf dem Carolaplatz vergrößert, damit Fußgänger und Radfahrer während des Versuches genügend Platz haben. 

Im Januar 2025 stehen dann gleich die nächsten Bauarbeiten auf der Brücke an. Demzufolge müssen die Radspuren wieder verschwinden, damit die Baufirmen Platz haben. Die reduzierten Autospuren für den Verkehr bleiben also auch über Dezember hinaus.