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Chaos oder „Freie Fahrt?“ - So läuft der Verkehrsversuch auf der Carolabrücke

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Seit Montag, dem 2. September läuft auf der Carolabrücke in Dresden ein neuer Verkehrsversuch. Seitdem gibt es auf der Brücke eine Spur für Autofahrer weniger und damit einen Weg für Radfahrer. Mit Erfolg, sagte uns Alex Bereza vom ADFC. Demnach sei das große Chaos ausgeblieben. Radfahrer müssten nun nicht mehr über die Gleisen fahren und seien so deutlich sicherer unterwegs. Einzig während des Berufsverkehrs sei die Kreuzung kurzzeitig mit Autos zugestellt gewesen. Das war aber auch schon vor dem Start des Verkehrsversuchs der Fall, so Bereza. Bis zum Dezember soll der Verkehrsversuch andauern.

 

Versuch sollte mit Eilantrag gestoppt werden

Die Stadtratsfraktion Team Zastrow wollte den Verkehrsversuch auf der Carolabrücke stoppen. Sie wollten in ihm Rahmen einer Sondersitzung abwählen. Doch das Vorhaben scheiterte.

„Der Baubürgermeister versucht, auf Teufel komm raus seine Politik durchzusetzen“, kritisiert Holger Zastrow. "Wir sind geradezu verpflichtet, genauer hinzuschauen,  wenn der Oberbürgermeister und der Baubürgermeister Verkehrsversuche ausrufen. Nochmal so eine Situation am Blauen Wunder brauchen wir nicht. Aber genau die droht natürlich ... die Verwaltung trickst sich ihre Verkehrspolitik zurecht!"

Zastrow will Rechtsmittel gegen die Ablehnung des Eilantrags einlegen. Deswegen geht das Ganze jetzt wohl vors Verwaltungsgericht.

Was erhofft sich die Stadt von dem Versuch?

Ziel ist es, die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern. Bislang sind die Radler auf dem Fußweg unterwegs, was oft für Konflikte sorgt. In rund acht Stunden zählte die Stadt im Schnitt 300 Fußgänger auf der Brücke sowie rund 1.230 Radfahrer.

Durch die eigene Radspur gibt es dann eine durchgehende Radverbindung von der Neustadt über die Altstadt bis hin zum Hauptbahnhof und der TU. Für den Versuch, also Planung, Markierung und Umbau investiert die Stadt rund 200.000 Euro. Außerdem wird auch die Fußgängerinsel auf dem Carolaplatz vergrößert, damit Fußgänger und Radfahrer während des Versuches genügend Platz haben. 

Im Januar 2025 stehen dann gleich die nächsten Bauarbeiten auf der Brücke an. Demzufolge müssen die Radspuren wieder verschwinden, damit die Baufirmen Platz haben. Die reduzierten Autospuren für den Verkehr bleiben also auch über Dezember hinaus.

Einen Überblick über weitere Verkehrsversuche in der Stadt gibt es in unserem Artikel "Verkehrsversuche in Dresden: Welche liefen gut, welche folgen?".