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Verkehrsversuch am Blauen Wunder: Morddrohung gegen Bürgermeister

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Der Verkehrsversuch am Blauen Wunder macht viele Dresdner wütend. Einige offenbar so sehr, dass sie eine rote Linie überschreiten.

Baubürgermeister Stephan Kühn hat eigenen Angaben zufolge Morddrohungen erhalten. Ein aufgebrachter Mann habe im Büro angerufen und gedroht, ihn aufzuhängen, sagte uns der Grünen-Politiker am Mittwoch am Rande eines Pressetermins. Die Stadtverwaltung hat Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt.

Unterdessen ist auch Dynamo-Kapitän Stefan Kutschke erneut massiv bedroht worden. Das teilte der Verein am Mittwochnachmittag mit. In einem weiteren Brief seien der Kapitän und dessen Familie erneut bedroht und verbal attackiert worden, so die SGD.

Bereits am Freitag waren Drohungen gegen Kutschke bei Dynamo eingegangen.  Als Konsequenz wird der Verein jetzt die Sicherheitsstufe in Absprache mit der Polizei erhöhen. Bereits gestern waren alle öffentlichen Trainingseinheiten des Vereins bis auf weiteres abgesagt worden.

Audio:

Stephan Kühn verteidigt den Verkehrsversuch

Was sagt der ADFC zum Verkehrsversuch?

Der ADFC wünscht sich, dass dem Verkehrsversuch am Blauen Wunder eine Chance gegeben wird. Schon gleich nach drei Tagen den Abbruch zu fordern, sei verfrüht und nicht sinnvoll, so Edwin Seifert vom ADFC. Zumal die Brücke seit einem Jahr sowieso nur noch einspurig in jede Richtung befahrbar ist. Seifert vergleicht den Versuch mit dem Markieren der Radverkehrsanlage auf der Bautzner Landstraße. Da gab es auch erst viel Wirbel drum und mittlerweile haben sich alle daran gewöhnt und es ist kein Thema mehr. 

Stadträte reagieren entsetzt nach Drohungen gegen Kühn

Dass es jetzt Morddrohungen gegen den verantwortlichen Baubürgermeister gibt, sei völlig inakzeptabel, so der Tenor der Stadtpolitik. Einige Social-Media-Debatten würden weit unter die Gürtellinie laufen, kritisiert zum Beispiel Dana Frohwieser von der SPD-Fraktion.

„Dresden braucht Sachdebatten und keine Drohungen. Man kann zum Verkehrsversuch natürlich unterschiedliche Auffassungen haben. Hier werden aber erneut Grenzen überschritten“, so Frohwieser. Selbst in Wahlkampfzeiten sollte der politische Anstand nicht hinten runterfallen.