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Verfahren gegen Terrorgruppe Freital soll am Hammerweg verhandelt werden

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Das Verfahren gegen die unter Terror­ver­dacht stehende "Gruppe Freital"  soll am Hammerweg verhan­delt werden - wenn der Fall zur Anklage kommt. Wie das Oberlan­des­ge­richt Dresden am Freitag­vor­mittag mitteilte, reichen die Kapazi­täten für ein solches Verfahren in dem Gerichts­räumen am Schloss nicht aus. Deshalb soll das derzeit im Bau befind­liche Asylheim am Hammerweg zwischen­zeit­lich für das Verfahren genutzt werden. Die neue Asylun­ter­kunft - die ab 2017 für bis zu 700 Flücht­linge als Erstauf­nah­me­ein­rich­tungen genutzt werden sollte - ist nur wenige hundert Meter von der Dresdner JVA entfernt. Dadurch stehen auch ausrei­chend Gefäng­nis­zellen für die in Unter­su­chungs­haft sitzenden Beschul­digten zur Verfü­gung, schreibt die SZ. Eine Sprecherin des OLG meinte dazu, dass auch andere Möglich­keiten denkbar seien.Die Räume am Dresdner Amts- und Landge­richt hätten nach Ansicht der Justiz wohl nicht ausge­reicht, wie die Sächsische Zeitung berichtet hatte.Gerichts­spre­cherin Gesine Tews teilte dazu schrift­lich mit: "Da die Sitzungs­säle am Sitz des Oberlan­des­ge­richts Dresden für die Hauptver-handlung und ein zu erwar­tendes großes öffent­li­ches Inter­esse nicht geeignet sind, soll eine solche im Funkti­ons­ge­bäude der derzeit im Bau befind­li­chen Erstauf­nah­me­ein­rich­tung für Flücht­linge und Asylsu­chende am Hammerweg in Dresden durch­ge­führt werden."Die neue Asylun­ter­kunft, die derzeit am Hammerweg gebaut wird, soll umfang­reich umgebaut werden. "Das Funkti­ons­ge­bäude wird für die Zwecke der Justiz unter beson­derer Berück­sich­ti­gung der Anfor­de­rung eines solchen Verfah­rens vorüber­ge­hend angepasst. Der auf das zu erwar­tende Verfahren abgestimmte Ausbau des Gebäudes ermög­licht die Sicher­stel­lung adäquater Verhand­lungs­be­din­gungen unter Wahrung der Inter­essen der Presse, der sonstigen Öffent­lich­keit und der erfor­der­li­chen Sicher­heits­stan­dards."Kantine wird Gerichts­saalNach unseren Infor­ma­tionen soll die künftige Kantine der Asylun­ter­kunft als Gerichts­saal genutzt werden. Das Innen­mi­nis­te­rium, das die Unter­kunft nun erst später als Erstauf­nah­me­ein­rich­tung nutzen kann, hat dem Wunsch der Justiz zugestimmt, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Da sich die Lage bei den Flücht­lings­zahlen entspannt hat, sei dies kein Problem. Mindes­tens 130 Plätze beim ProzessMindes­tens ebenso­viele Plätze wie im NSU-Verfahren in München sollen in dem provi­so­ri­schen Gerichts­saal geschaffen werden. Dort gibt es 130 Plätze. Man versuche eher mehr Plätze einzu­richten, teilte eine Sprecherin des Oberlan­des­ge­richtes mit. Neben einem großen Medien­in­ter­esse müsse man sich bei acht Angeklagten und ihren Vertei­di­gern auch auf mehrere Neben­kläger einstellen. Da sich die Asylun­ter­kunft noch im Rohbau befindet, sei die Nutzung der Kantine als Gerichts­saal unpro­ble­ma­tisch möglich. Bis November soll das Gebäude nutzbar sein..  Die Ermitt­lungen wegen Bildung terro­ris­ti­scher Verei­ni­gung und versuchtem MordDer General­bun­des­an­walt führt seit dem Frühjahr 2016 Ermitt­lungs­ver­fahren gegen acht Beschul­digte, die sogenannte „Gruppe Freital“, wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Zudem stehen Vorwürfe des versuchten Mordes, der gefährlichen bzw. versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, der Sachbeschädigung sowie der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens im Raum, teilte die Gerichtssprecherin mit.Gegen den Haupt­be­schul­digten Timo S. wird auch wegen versuchten Mordes ermit­telt. Die Gruppe soll für eine Reihe von Anschlägen in Freital und Umgebung verant­wort­lich sein. Seit dem vergan­genen Jahr sitzt ein Teil der Gruppe in Unter­su­chungs­haft, weitere Mitglieder wurden im Frühjahr festgenommen. Timo S. musste sich bereits gerichtlich wegen der Verfolgung mit einem Auto von Pro-Asyl-Demonstranten verantworten. Die Gruppe stoppte das Fahrzeug - in dem auch der Sohn von Vizeministerpräsident Martin Dulig, Johann Dulig, saß - an der HEM-Tankstelle an der Tharandter Straße, dort schlugen sie mit einem Baseballschläger auf eine Scheibe des Autos, ein Insasse wurde verletzt. In diesem Fall wurden Bewährungsstrafen zwischen 10 bis 14 Monaten verhängt.