Urteil im Bautzener Vergewaltigungsprozess verkündet
Ein Bautzener ist wegen schwerer Vergewaltigung zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht blieb damit deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Anklagevertreterin hatte sieben Jahre verlangt. Dagegen sah die Verteidigerin die Vorwürfe als nicht zweifelsfrei erwiesen an und plädierte auf Freispruch.Nach Überzeugung der Bautzener Kammer des Landgerichts Görlitz hatte der Angeklagte seiner Freundin ein hypnotisierendes Medikament in den Kaffee gemischt und sie dann in willenlosem Zustand vergewaltigt. Die Frau war ihm für 22 Stunden ausgeliefert. Der 57-Jährige machte außerdem Bilder mit seinem Smartphone von der auf der Couch liegenden 58-Jährigen. In ihrem Blut wurden Spuren des Medikaments „Tavor“ festgestellt, eines starken Beruhigungsmittels, das ihm verschrieben worden war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Beobachter rechnen damit, dass sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft den Bundesgerichtshof anrufen werden. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.