++ EIL ++

Ursachen­forschung nach Dynamo-Abstieg

Zuletzt aktualisiert:

Die Dynamos haben die Relega­tion in der 2. Bundes­liga verpasst. Im Heimspiel gegen Arminia Biele­feld unter­lagen die Schwarz-Gelben mit 2:3, steigen damit direkt in die 3. Liga ab. Einige Chaoten sorgten für einen neuen Tiefpunkt. Die Partie musste wegen Böller­würfen für gut 15 Minuten unter­bro­chen werden.Ursachen­for­schung nach AbstiegAm Montag hat die Ursachen­for­schung begonnen. Der Abstieg kommt den Verein, das Umfeld und die Stadt­ver­wal­tung auch finan­ziell teuer zu stehen. Das Rathaus muss nun insge­samt 3,6 Millionen Euro für die Stadi­onmiete zuschießen. Der Etat der SGD halbiert sich auf 10 Millionen Euro.Dynamo-Spezial ab 17 Uhr mit Jens UmbreitIn einem Dynamo-Spezial disku­tieren ab 17 Uhr Dynamo-Legende und Aufsichtsrat Dixie Dörner, Stadi­on­spre­cher Peter Hauskeller und SZ-Sport­re­dak­teur Tino Meyer mit unserem Reporter Jens Umbreit über die Gründe und Konse­quenzen. Auch die Rolle von Trainer Olaf Janßen und die Ausschrei­tungen im Stadion und nach dem Spiel werden disku­tiert.Vielver­spre­chender BeginnDer Sonntag begann eigent­lich vielver­spre­chend. Mehr als 10.000 Fans stellten sich zu einem Spalier auf, beglei­teten die Mannschaft bei Gänse­h­au­tat­mo­sphäre zum Stadion. Dort warteten dann 29.680 Fans sehnsüchtig auf den Anpfiff um 15:30 Uhr.In seiner Start­for­ma­tion überraschte Olaf Janßen. Idir Ouali gab sein Blitz-Comeback, nachdem die Saison für ihn aufgrund eines Syndes­mo­se­ban­d­an­risses bereits gelaufen schien. Außerdem durfte Mickael Poté für Zlatko Dedic ran.Beide Mannschaften zeigten von Beginn an, dass sie wissen, worum es geht. Die erste echte Torchance gab's aber erst in der 13. Minute. Der Biele­felder Klos knallte den Ball aus Kurzdis­tanz und spitzem Winkel an den Außen­pfosten. Die beste Torchance für die SGD hatte Sebas­tian Schuppan. Bei einer Ecke rückte der Vertei­diger mit auf. Sein Kopfball ging aber knapp am Tor vorbei. Ein erstes Mal jubeln konnten die Dynamo­fans nach 36 Minuten. Aller­dings nicht, weil ein Tor gefallen war. Biele­felds Vertei­diger Thomas Hübener foulte ungeschickt an der Mittel­linie und sah Gelb-Rot.In Überzahl hatten sich die Schwarz-Gelben in dieser Saison aber selten leicht getan. So auch dieses Mal. Nur fünf Minuten nach dem Platz­ver­weis gingen die Gäste durch Klos in Führung. Dabei blieb es auch zur Halbzeit.Im zweiten Durch­gang wollten die Schwarz-Gelben offen­siver werden, verpassten es aber mal wieder sich echte zwingende Torchancen heraus­zu­spielen. Den nächsten Nacken­schlag gab'S dann in der 59. Minute, als Cheikh Gueye ebenfalls mit Gelb-Rot vorzeitig duschen geschickt wurde. Bei zehn gegen zehn boten sich den Biele­fel­dern noch mehr Konter­chancen, weil die Dynamos weiter anrennen mussten. Einen dieser Konter nutzte Klos nach uneigen­nüt­ziger Vorar­beit von Przybylko in der 63. Minuten zum 0:2. Was folgte, war einmal mehr ein dunkles Kapitel in der Dynamo-Geschichte. Einige Chaoten tickten aus und warfen Böller auf's Spiel­feld, trafen dabei sogar beinahe mit Tobias Müller einen eigenen Spieler. Schieds­richter Manuel Gräfe unter­brach die Partie für knapp 15 Minuten.Als die Mannschaften auf das Feld zurück­kehrten trauten die Fans kaum ihren Augen. Gerade diese sinnlose Aktion der Chaoten im Fanblock brachte die Biele­felder komplett aus dem Rhythmus. Es dauerte nur eine knappe Minute nach Wieder­an­pfiff als Mickael Poté zum 1:2 verkürzte. Die Hoffnung keimte wieder und wurde immer größer. Sebas­tian Schuppan schei­terte mit seinem Freistoß aber an der Latte. Dynamo rannte dennoch weiter an und wurde auf einmal auch belohnt. In der 75. Minute traf Koch zum 2:2. Die Zuschauer rasteten nun gänzlich aus - aller­dings im positiven Sinne.Aller­dings hielt die Freude nicht lange. Nach einem kapitalen Stellungs­fehler in der Abwehr traf Przybylko zum 3:2 für die Gäste. Alles erneute Anrennen brachte nichts mehr. Dynamo verlor und muss in der kommenden Saison in der 3. Liga an den Start gehen.Unschön wurde es auch wieder nach dem Spiel. So drohten einige Chaoten den Schwarz-Gelben mit einem Plakat: "Ihr habt eine Stunde um unsere Stadt zu verlassen". Dynamos kaufmän­ni­scher Geschäfts­führer kündigte an, dass darüber im Spezi­ellen mit den Fans zu reden sein wird. Zudem kam es laut Polizei­an­gaben am Haupt­bahnhof zu Ausein­an­der­set­zungen mit 100 Randa­lie­rern, die Flaschen und Böller auf die Beamten warfen.