„Unverantwortlich“: Stadtrat Lichdi kritisiert geöffnete Schulen scharf
Dresdens Stadtrat Johannes Lichdi hat deutliche Kritik für Sachsens Ferienplan. Denn die Schulen sollen bis zu Weihnachten geöffnet bleiben. Auf vorgezogene Weihnachtsferien für Kinder und Jugendliche wird verzichtet, teilte das Kultusministerium am Dienstag mit. Die Regelung soll am Freitag in der neuen Schul- und Kita-Coronaverordnung beschlossen werden.
Johannes Lichdi bezeichnete die Entscheidung als „Unverantwortlich“. Die Inzidenz bei den Schülern sei erschreckend hoch. Lichdi sprach von einer „Durchseuchung“ und mahnte, dass die Folgen einer Corona-Erkrankung bei Kindern noch nicht deutlich benannt werden könnten. Fest stehe aber, dass es genügend Anhaltspunkte dafür gebe, dass auch bei Kindern schwere Folgen möglich sind.
Er rät daher allen Eltern dazu, ihre Kinder für die zwei Wochen bis zu Weihnachten nicht in die Schulen zu schicken. „Ich verstehe überhaupt nicht, warum man da nicht Anfang Januar die Schulen wieder aufmachen kann. Bis dahin könnte ein Großteil der Kinder geimpft und die Gefahr für Long Covid gebannt sein.“ In dem Herzzentrum von Leipzig haben am Dienstag die ersten Impfungen von Kindern ab 5 Jahren begonnen.
Die schwierige Situation der Eltern sei für Lichdi nachvollziehbar. Jeder Elternteil müsse jetzt selbst entscheiden: „Es geht allerdings um die Gesundheit der Kinder“. Diejenigen, die nun in die Schule gehen, „werden mit hoher Sicherheit angesteckt werden.“
HomeSchooling soll verbessert werden
Lichdi übte scharfe Kritik daran, dass der Freistaat keine Eltern unterstützt, die entscheiden, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken. Es würde keinerlei Rücksicht auf Leistungskontrollen genommen werden. Lichdi bezeichnete es als "mittelbaren Zwang", die Kinder am Präsenzunterricht teilhaben lassen zu müssen. Er forderte, die digitalen Angebote und HomeSchooling weiter auszubauen.