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Untersuchung bei Dresdner Tafel - Anwaltskanzlei vertritt Tafel

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Der Bundes­ver­band Deutsche Tafel hat eine Unter­su­chung gegen die Dresdner Tafel einge­leitet. „Unter­lagen wurden bei Behörden und Finanz­äm­tern angefor­dert“, sagte eine Sprecherin des Verbandes am Donnerstag. Zuvor hatten verschie­dene Medien berichtet. Damit will der Bundes­ver­band überprüfen, ob sich die Dresdner Tafel an die geltenden Richt­li­nien hält, zu denen unter anderem Gemein­nüt­zig­keit und die Abgabe von Lebens­mit­teln an Bedürf­tige zählen. Der Vorsit­zende des Tafel­ver­eins steht bereits seit längerem in der Kritik, in sozialen Medien wurden durch ehema­lige Stadt­räte immer wieder Vorwürfe laut.  Bei der Dresdner Staats­an­walt­schaft liegt eine Anzeige gegen den Vorstand des Vereins vor, teilte die Deutsche Presse­agentur mit. Diese sei am 18. November einge­gangen, erklärte ein Sprecher. Darin gehe es um den Vorwurf der Unter­schla­gung und der Untreue, hieß es. Ob an diesen Vorwürfen etwas dran ist oder Vorer­mitt­lungen einge­leitet werden, ist aller­dings völlig offen. Anzeige kann jeder erstatten.Bei der Dresdner Tafel war am Donnerstag niemand für eine Stellung­nahme zu errei­chen. Auf der Homepage ergriff der Verein Partei für den Vorsitzenden. Er habe in den vergangenen Monaten mehrfach und unkonventionell Menschen in Not geholfen, hieß es.  Anwalts­kanzlei vertritt TafelDie Anwalts­kanzlei "Spirit Legal" teilte am Donners­tag­nach­mittag mit, dass sie die Dresdner Tafel, den Vorsit­zenden Andreas Schön­herr und die Stell­ver­tre­terin Anja Hoke ab sofort recht­lich vertritt.  "Gegen­stand unserer Beauf­tra­gung ist die Medien­be­richt­er­stat­tung über unsere Mandanten in den vergan­genen Tagen", heißt es in der Presse­infor­ma­tion von Anwalt Jonas Kahl. "Unsere Mandanten haben uns gebeten, diese Medien­be­richt­er­stat­tung auf etwaige Rechts­ver­let­zungen zu prüfen und gegen Rechts­ver­let­zungen vorzu­gehen." Weiter teilt die Kanzlei mit, dass Tafel­vor­stand Andreas Schön­herr am Mittwoch einen Kreis­lauf­ko­lapps erlitt, zeitweise bewusslos war und seitdem im Kranken­haus behan­delt wird. "Vor diesem Hinter­grund sahen es die anderen Vorstands­mit­glieder – auch aus morali­schen Gründen – als erfor­der­lich an, die Mitglie­der­ver­samm­lung abzusagen und die Vereins­mit­glieder auf die nächste Mitglie­der­ver­samm­lung am 30.11.2016 zu verweisen."Im Bundes­ver­band sind 923 Tafeln organi­siert, die Lebens­mit­tel­spenden für wenig Geld oder kostenlos an Bedürf­tige ausgeben. [as mit dpa]