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Unterrichtsausfall in Sachsen erreicht neue Dimension

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In Sachsen häufen sich Berichte über massiven Unterrichtsausfall. Die Gründe sind unterschiedlich, die Auswirkungen werden allerdings immer gravierender. Zum einen sind wegen Corona viele Schulen ganz oder teilweise geschlossen. Dazu kommen ein gravierender Lehrermangel, eine Erkältungswelle und das Beschäftigungsverbot für Schwangere.

Viele Schüler müssen deshalb ihre Aufgaben zu Hause erledigen und stehen dadurch enorm unter Druck. An Gymnasien werden ausgefallene Unterrichtsstunden als „Selbstorganisiertes Lernen“ oder „Selbstlernstunden“ bezeichnen, in denen sich die Schüler den Stoff größtenteils selbst aneignen müssen. Elternvertreter kritisieren diese Art der Notlösung und sehen kaum noch eine Chance, den verpassten Lehrstoff wieder aufzuholen. Vom Kultusministerium gibt es bislang keine Lösungsvorschläge.

Dazu kommt jetzt auch noch die Integration der Kinder aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien. Die Landesregierung will für den Unterricht in der Muttersprache zunächst 100 Lehrkräfte und 100 Assistenzkräfte einstellen. So könnten die Kinder vormittags in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet werden und am Nachmittag auf Ukrainisch. Teilweise soll das auch per Video-Unterricht aus der Ukraine geschehen. 3.500 Plätze seien in den Vorbereitungsklassen derzeit noch frei, sagte Kultusminister Piwarz. Für den ersten Anlauf will er die Schülerinnen und Schüler auf bestehenden Klassen verteilen.