Untergetauchter Ex-Direx von Mücka in Kambodscha aufgespürt
Der wegen schweren sexuellen Missbrauch verurteilte ehemalige Schuldirektor von Mücka ist in Kambodscha gefasst worden. Er hatte dort ein Gästehaus betrieben. Sächsische Fahnder spürten den 55-Jährigen auf und brachten ihn zurück nach Deutschland. Das teilte heute die Polizeidirektion Görlitz mit. Der aus Cunewalde stammende Mann sitzt seit knapp vier Wochen im Knast und verbüßt dort seine Strafe. Er war vor zwei Jahren vom Landgericht Görlitz zu drei Jahren und einem Monat verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof bestätigte den Schuldspruch. Er wurde damit Ende 2022 rechtskräftig.
Der Schulleiter hatte eine 13-Jährige in der Schulbibliothek gezwungen, sich auszuziehen, sie dann nackt auf einem Tisch liegend fotografiert und sich anschließend an ihr vergangen. In einem anderen Fall hatte er eine zwölfjährige Schülerin aufgefordert, dass sie sich auszieht und sich selbst befriedigt. Das sollte sie filmen und das Video ihm übergeben.
Der Angeklagte hatte sämtliche Vorwürfe bestritten. Er beteuertes eine Unschuld. Eine psychisch labile Schülerin habe das Tatszenario in der Schulbibliothek rekonstruiert. Sein Verteidiger plädierte damals auf Freispruch.
Nach dem Urteil tauchte der Schulleiter unter. Die Polizei nahm die Fahndung auf. „Sein gesamter Background wie Finanzen und Fahrzeugbewegungen wurden gecheckt. Es gab Hinweise zu Flugbuchungen nach Kambodscha.“ Nachdem der Mann gefunden worden war, ergab sich für die Fahnder aus Sachsen ein Problem. Eine Auslieferung des Verurteilten war nicht möglich. Allerdings war sein Visum abgelaufen. So wurde er Anfang März von der kambodschanischen Polizei festgenommen und einen Monat später in Begleitung deutscher Polizeibeamter nach Hause geflogen.